5. Volksbank Kraichgau Cup im Sitzvolleyball - Internationales Inklusionsturnier von Anpfiff ins Leben

Erstellt von Chiara Flick 23.05.2024

Donnernde Aufschläge, motivierende Teamgesänge und rasante Ballwechsel – So lautet die Devise des diesjährigen Volksbank Kraichgau Cups im Sitzvolleyball. Bereits zum fünften Mal veranstaltet Anpfiff ins Leben, gemeinsam mit der Volksbank Kraichgau das Inklusionsturnier in Hoffenheim. 16 Teams, darunter auch internationale Mannschaften aus Tschechien und Bosnien, zeigten zwei Tage lang ihr Können in der Halle am großen Wald und boten Zuschauern auf 4 Feldern ein aufregendes Spektakel voller athletischer Höchstleistungen.

„Wir sind überaus stolz, den Cup erneut austragen zu können. Er steht für gelebte Inklusion und Sportsgeist“, erklärt Dietmar Pfähler, 1. Vorsitzender von Anpfiff ins Leben beim Turnierauftakt am Samstagmorgen. Der Inklusions-Aspekt steht im Zentrum: Denn bei der paralympischen Version des klassischen Volleyballs kommen Sportler, unabhängig von Alter, Geschlecht und Handicap zusammen, um – im wahrsten Sinne des Wortes – auf Augenhöhe miteinander sportzutreiben.

Gespielt wird im Sitzen auf einem kleineren Feld als man es vom Standvolleyball kennt. Eine Bodenkontaktregel gleicht mögliche Unterschiede aus, sodass niemand Vor- oder Nachteile hat. Darüber hinaus erfolgt die Fortbewegung ausschließlich über das Rutschen auf dem Boden. Wie schwer das sein kann, weiß auch Joachim Reupert vom Marketing der Volksbank Kraichgau. Er spielte bereits selbst bei einem Nikolausturnier im Sitzvolleyball mit: „Es macht eine Menge Spaß und sollte keinesfalls unterschätzt werden. Die Technik, die dahintersteckt, ist anspruchsvoll“, erzählt er. „Gerade darum ist es uns wichtig, Aufmerksamkeit für den Sport zu generieren“.

Unter den 140 teilnehmenden Sportlern befanden sich auch einige Gesichter, die bereits auf internationaler Ebene Fuß fassen konnten. So auch Thyrza Kiewik, die in den Reihen von Anpfiff Hoffenheim sitzt, einem Verein, der sich auf Amputiertensport spezialisiert hat. Dabei kam Thyrza erst neulich von einem Paralympics-Qualifikationsturnier aus China zurück, bei dem sie nach einer Zwangspause aufgrund einer Schulter-OP ihr Comeback feiern konnte. Leider verpassten die deutschen Sitzvolleyballerinnen knapp ihr Ticket nach Paris. Umso größer ist die Freude über das Heimturnier: „Jeder hat seine eigenen Baustellen hier. Man kennt sich und ist füreinander da“, freut sie sich. Gerade im Spiel gegen ihre Teamkollegen aus der Nationalmannschaft packt der Ehrgeiz sie besonders: „Wir kennen uns gegenseitig und wissen, ob der nächste Aufschlag kurz oder lang kommt“, erzählt die 27-Jährige. Mit Anpfiff Hoffenheim spielte sie nach einem durchwachsenen Start in das Turnier am zweiten Tag um die Plätze 9 bis 12. Das Team unter der Führung von Rudi Sonnenbichler entschied am Sonntag drei Partien für sich und setzte sich auch im Match um Platz 9 mit einem souveränen Blockspiel gegen Berlin durch: „Platz 9 geht für uns in Ordnung, die Konkurrenz hier ist groß“, resümiert Uwe Arndt aus der Mannschaft Sonnenbichlers.

Im Finale kam es zu einem spannenden Kopf an Kopf Rennen zwischen den beiden Topteams aus Leverkusen und dem Dresdner SC, das letztendlich Dresden gewann. Ihnen gelang es, eigene Fehler zu vermeiden, aber auch die Schwächen des Gegners zu suchen und für sich zu nutzen. Dennoch belegt der TSV Leverkusen einen verdienten zweiten Platz, direkt gefolgt von der Landesauswahl der Rheinland Pfalz und der starken Konkurrenz aus Bosnien.

Auch der Zusammenhalt der Vereine fernab des Spielfelds ist lobenswert: „Die Unterstützung, die wir vom VC Hoffenheim erhalten, ist enorm“, erzählt Michelle Dübon, Anpfiff-Koordinatorin der Bewegungsförderung für Amputierte. Der ortsansässige Volleyballverein sorgte zwei Tage lang für Verpflegung, unterstützte beim Herrichten des Foyers für einen Teamabend und stellte Punktrichter aus der Jugend: „Es ist ein wichtiger Beitrag, um dem Nachwuchs vorzuleben, was inklusiv bedeutet“, so Michelle weiter.