Beim Sportfreundecamp für Jugendliche mit und ohne Behinderung schmelzen Barrieren dahin

Erstellt von Barbara Reeder 16.09.2022

Für das Gruppenbild haben sich alle aufs Eis gewagt.

Max (re.) hat sich von Jungadler Ian gleich ein paar Dinge abgeguckt.

Aller Anfang ist schwer: Nach ein wenig Hilfestellung in den ersten Runden klappt es aber kurz darauf schon mit den ersten Torschüssen.

Nachdem sie sich selbst auf dem Eis mit dem Puck ausprobiert haben, dürfen die Jugendlichen beim Training der Profis zusehen.

Vier Tage – vier Sportarten. Beim Sportfreundecamp von Anpfiff ins Leben probieren Nachwuchssportler vom SV Waldhof Mannheim, von den Junglöwen, von den Jungadlern Mannheim und vom Golf Club St. Leon-Rot sowie Jugendliche von der Lebenshilfe gemeinsam die verschiedenen Anpfiff-Sportarten aus. Jeden Tag steht eine andere Sportart auf dem Programm - Eishockey, Handball, Golf und Fußball. Mit dabei sind immer zwei Jugendliche pro Verein. Am ersten Tag dreht sich alles um Eishockey. Unterstützt wird das viertägige Sportfreundecamp von SUNRISE DIGITAL.

Danny und Ian sind beide zehn Jahre alt und spielen bei den Jungadlern Eishockey. Als der Trainer gefragt hat, ob sie mitmachen wollen, haben sie gleich ja gesagt. Sie finden es spannend, den Jugendlichen von der Lebenshilfe „ihre“ Sportart zu zeigen. Der achtjährige Niklas ist ganz begeistert vom Besuch in der Eishalle. Zusammen mit seiner Betreuerin hat er schon die ersten Runden in der Eishockey-Trainingshalle in der Mannheimer SAP-Arena gedreht. Aber jetzt findet er es auch schön zuzusehen, wie die anderen versuchen, den Puck in den kleinen Eishockeytoren unterzubringen.

Ivan dreht lässig Runde um Runde. Er war bereits im Vorjahr dabei und die Bewegung auf dem Eis scheint ihm zu liegen. Für Sponsor Tobias Kusch von der Online-Marketing Agentur SUNRISE DIGITAL® ist es ebenfalls das zweite Sportfreundcamp. Auch in diesem Jahr hat er es sich nicht nehmen lassen persönlich vorbeizuschauen und hat diesmal seine Kollegin Marcella Gauer mitgebracht. „Ich habe als Zivi beim ASB Kinder mit körperlichen und geistigen Einschränkungen zur Schule und Freizeitaktivitäten gefahren. Als ich letztes Jahr beim Golf-Event dabei war, hat mich das die vielen positiven Vibes wieder spüren lassen und ich habe mich daran erinnert, wie schön die Arbeit mit den Kindern damals war.“ Deswegen war es auch keine Frage für ihn, das Camp erneut zu unterstützen. „Anpfiff macht das super und das unterstützen wir gerne“, sagt er. Die Eisfläche überlässt er aber doch lieber den Jugendlichen.

So wie dem achtjährigen Max. Er probiert es gleich mit ein paar Torschüssen. Schlittschuhlaufen war er früher schon, verrät Max, „aber es ist das erste Mal, dass ich mit Schläger gespielt habe“. Nachdem sich die Jugendlichen mit Schläger und Puck auf dem Eis ausgetobt haben, wartet noch ein besonderes Highlight: Nebenan trainieren die Profis und haben sie eingeladen zuzuschauen. Bei den großen „Adlern“ geht es lautstark zur Sache, wenn der Puck gegen die Bande kracht. Der zwölfjährige Noah hat keinerlei Berührungsängste mit den Profispielern, und schnell hat er einen Puck als Souvenir abgestaubt.

Jermain ist normalerweise, genau wie sein Kumpel Justin, auf dem Fußballplatz zuhause. Jetzt steht er das erste Mal auf Schlittschuhen. „Ich bin schon dreimal hingefallen“, lacht er. Beide finden es cool, Zeit mit den Jugendlichen der Lebenshilfe zu verbringen. „Der Trainer hat uns speziell rausgenommen, weil er weiß, dass wir das ganz gut können“, erzählt Jermain. Er spielt auch ab und zu im Park mit Jugendlichen mit Behinderungen Basketball. „Es ist schön, ihnen etwas zeigen zu können. Aber wir lernen selbst auch etwas dazu“, findet er.

Für Julia Knödler ist das einer der Gründe, warum das Sportfreundecamp eine Herzensangelegenheit ist. Sie ist Laufbahnberaterin für die Golfjugend und seit sie bei Anpfiff arbeitet jedes Jahr dabei, wenn die Jugendlichen von Lebenshilfe und Vereinen zusammenkommen. „Es ist einfach schön zu sehen, wie schnell die Barrieren im wahrsten Sinne des Wortes dahinschmelzen“, meint sie. Im Anschluss an das Eishockey-Training gehen alle dann noch gemeinsam zum Mittagessen. Beim Sport schmelzen die Barrieren - und Essen verbindet.