Fünf Jahre Jugendförderzentrum in Heidelberg

Erstellt von Christopher Benz 23.06.2020

Die SGK nimmt eine Vorbildrolle in Heidelberg ein

Das JFZ ist Anlaufstelle für ca. 500 Kinder und Jugendliche

Hier werden sportliche und persönliche Erfolgsgeschichten geschrieben

Es ist ein stilles Jubiläum, aber deswegen nicht weniger schön. Am Sonntag feiert der Neubau des Heidelberger Jugendförderzentrums von Anpfiff ins Leben und der SG Heidelberg-Kirchheim seinen fünften Geburtstag. Philipp Schmidt, Koordinator Schule/Beruf/Soziales in Heidelberg und Uwe Hollmichel, der Vorsitzende der SG Kirchheim, lassen die fünf Jahre Revue passieren und freuen sich auf einen bald wieder geregelten Betrieb in und um das Jugendförderzentrum.

Am 21. Juni 2015 fand das große Einweihungsfest des Neubaus statt. Zahlreiche Spielerinnen und Spieler sowie ihren Eltern freuten sich damals zusammen auf die gemeinsame Zukunft im neuen Gebäude für die Nachwuchskicker.

„Mit diesem Bau haben wir 2015 den Grundstein für die tolle Entwicklung gelegt, die wir in den letzten fünf Jahren bewundern durften“, sagt Dietmar Pfähler, 1. Vorsitzender von Anpfiff ins Leben, zum Jubiläum. „Dafür werden wir der Dietmar Hopp Stiftung, die Bau und Betrieb maßgeblich gefördert hat, und Anton Nagl von Anpfiff immer dankbar sein“, denkt Uwe Hollmichel an die großen Unterstützer bei diesem Mammut-Projekt, „und natürlich geht unser Dank auch an die Stadt Heidelberg und den badischen Sportbund.“ Für den SGK-Vorstand und seine Mitstreiter war der moderne Neubau ein Privileg, aus dem sich eine große Verantwortung ergab. „Das hat uns angespornt, ein breites Angebot für den Nachwuchs auf die Beine zu stellen“, erwähnt Hollmichel die motivierende Wirkung, die dahintersteckte.

Der Neubau, in dem sich die heute rund 500 Mädchen und Jungen der insgesamt 19 Juniorenmannschaften umkleiden, war 2015 ein Meilenstein in der Weiterentwicklung des Vereins. Schon fünf Jahre länger, seit 2010, ist die SGK ein Partnerverein von Anpfiff. Damals zählte der Klub 170 Nachwuchskicker, der erste Kunstrasenplatz wurde kurz zuvor fertiggestellt. In diesem Zeitraum tat sich einiges, unter anderem verstärkte ab September 2011 Philipp Schmidt das Heidelberger Anpfiff-Team, 2016 kam Philipp Rohnacher hinzu, der sich um die sportlichen Belange kümmert. Während der Bauphase dokumentierte Schmidt den Fortschritt der Arbeiten einmal wöchentlich mit Fotos aus drei verschiedenen Blickwinkeln auf das Gebäude. „Ich bin quasi jeden Tag auf der Baustelle gewesen“, erinnert er sich. Hollmichel legte seinerseits die beinahe täglichen Bausitzungen auf die frühen Morgenstunden, ehe er seine Arbeit bei der Bank begann.

„Die Atmosphäre hier ist eine ganz besondere, es ist alles sehr zentral und dementsprechend familiär geht es zu“, fühlt sich Schmidt seit jeher pudelwohl im Heidelberger Stadtteil Kirchheim. Diese Atmosphäre ist dabei nicht nur für sportliche Erfolge zuträglich: „Die Nähe von Sportplatz, Kabine und Lernraum schafft eine positive Lernatmosphäre bei den Kindern. Wenn die Kinder sich wohlfühlen, lernen sie auch erfolgreicher.“ Neben seinem Kollegen Rohnacher beschäftigt das Jugendförderzentrum jedes Jahr einen von drei SGK-FSJ-lern, die in der Regel eine enge Bindung zum Verein pflegen. „Wir sind nach wie vor mit allen ehemaligen FSJ-lern in Kontakt, viele von ihnen sind dem Verein als Trainer, Lernbegleiter oder in anderen Funktionen gar erhalten geblieben“, berichtet Schmidt nicht ohne etwas Stolz.

Bei all den positiven Erinnerungen an Personen und Ereignisse schmerzt die ausgefallene Fünf-Jahres-Feier umso mehr. „Wir holen das beim Neujahrsempfang im Winter nach“, ist die Feier für Hollmichel nur aufgeschoben. Er sieht in der Corona-bedingten Zwangspause vielmehr eine Chance, um sich für die Zukunft besser aufzustellen: „Wir sind jetzt mehr gefordert und generieren immer wieder neue Ideen.“ Schmidt und Co. stellten den Spielern in den letzten drei Monaten ein ausführliches digitales Angebot zur Verfügung, die Nachhilfe fand fast ohne Ausfälle per Videokonferenz statt. Die Zeit, in der das Förderzentrum geschlossen bleiben musste, zeigte aber allen Beteiligten, wie wichtig der persönliche Kontakt ist. „Es hat wehgetan zu sehen, wie hier kein Betrieb herrschte in den letzten Wochen und Monaten. Daher wird es Zeit, dass wieder Leben in die Bude kommt“, sehnt sich Schmidt nach der Rückkehr zur Normalität.

Mehrere Zahlen machen deutlich, wie viel den Kindern und Jugendlichen in Kirchheim angeboten wird. Von zwei Nachhilfe-Lehrkräften hat sich diese Anzahl von 2011 bis 2020 auf 19 erhöht. Seitdem der Neubau steht, wurden 2709 Nachhilfestunden abgehalten, zusammengenommen mit der Hausaufgabenbetreuung kommen die geförderten Kinder und Jugendlichen auf 6766 Stunden. Darüber hinaus organisierte das Team vor Ort 37 Feriencamps mit 412 Teilnehmerinnen und Teilnehmern, 25 soziale Projekte sowie rund 1.500 berufliche Einzelgespräche.

Im sportlichen Bereich ist die Breitenförderung ebenso wichtig wie der Leistungssport. Das Aushängeschild hierbei sind die U19- und U17-Teams, die in der Saison 2019/20 in der Oberliga, der zweithöchsten Spielklasse im Juniorenbereich, aktiv waren.

Hollmichel und Schmidt stehen stellvertretend für alle Unterstützer bei der SGK und dem Jugendförderzentrum, die hochmotiviert sind, diese beeindruckenden Zahlen in den nächsten Jahren zu bestätigen.