Geisterstunde am Nachmittag: Das Kindermusical „Villa Spooky“ begeistert in Hoffenheim

Erstellt von Barbara Reeder 09.11.2021

Wie – ein Vampir, der Vegetarier ist? Das versteht die Familie des kleinen Vampirs Bisso überhaupt nicht. Deswegen ist Bisso auch fort aus Transsylvanien und wohnt allein in der Villa seines Onkels. Aber auch hier droht Ungemach.

Gleich im ersten Lied des Kindermusicals „Villa Spooky“ singt Bisso von seinem Dilemma, wenn er eine Beute im Visier hat: „Dann fängt mein Problem erst an - Vampir sein fällt mir schwer, weil ich kein Blut sehen kann.“ Deswegen isst er lieber Gemüse. Aber nicht genug, dass er wegen dieser Schwäche das schwarze Schaf der Familie ist – jetzt kommt auch noch die Nachricht, dass der Onkel die Villa Nebelstein verkaufen will.

Zum Glück hat Bisso Freunde, die ihm helfen. Die Eule Olga schlägt vor, dass Geister und Fledermäuse die Käufer ein bisschen erschrecken. Denn „wer will schon in einem Haus wohnen, in dem es spuuukt“, meint sie.

Aber die Geister wollen davon nichts wissen, denn auf Spuken außerhalb der Geisterstunde stehen 100 Jahre Spukverbot. Da hat die schlaue Ratte Vladimir die rettende Idee. Ein kleiner Trick – „das muss doch in einem Notfall erlaubt sein“, findet er. Man könnte die Uhr vorstellen und so die Geisterstunde vorziehen – dann wäre auch das Spuken erlaubt.

Beim Casting durften alle ihre Wünsche äußern

Die Aufführung des Musicals im Gemeindesaal in Hoffenheim war für 20 Kinder mit und ohne Beeinträchtigung der Höhepunkt einer ereignisreichen Woche: Jeden Tag in den Herbstferien hatten sie die Geschichte von Bisso und seinen Freunden im Anpfiff ins Leben-Pavillon in Hoffenheimer eingeübt. Nicola Junghans und Dorothea Müller, „inklusiv aktiv“-Koordinatorinnen bei Anpfiff, hatten die Musicalwoche für Kinder der Hoffenheimer und der Zuzenhäuser Grundschule organisiert. Und mit Viola Bommer und Ralf Sutter von der Musikschule Schönau leiteten zwei Gesangsprofis die Proben.

„Vor Beginn gab es ein Casting. Da konnte jedes Kind sagen, welche Rolle es gerne spielen würde und sich dann auch schon ein bisschen auf die Rolle vorbereiten“, erzählt Viola Bommer. Bei den Proben hätten sie sich dann auf den Feinschliff konzentrieren können. „Mit dem ganzen Team dahinter geht das auch super“, schwärmt sie. Es waren immer Ansprechpartnerinnen von Anpfiff vor Ort, die gemeinsam mit den Chorkindern an den Kulissen bastelten oder mit den Requisiten halfen.

Den ganzen Tag proben „war manchmal schon ein bisschen anstrengend“, verrät Zoé, die die schlaue Ratte Vladimir spielt. „Aber es hat immer Spaß gemacht“. Das finden auch die anderen Kinder. Gefallen habe ihnen eigentlich alles - besonders aber das Basteln und der Fledermaustanz, da sind sich Noemi, Mia, Greta und Nele einig.

„Bisso“ wollte eigentlich gar keine Hauptrolle

Die achtjährige Anna spielt den kleinen Vampir Bisso. Eine Hauptrolle wollte sie eigentlich gar nicht unbedingt, „weil ich mir Sachen nicht so gut merken kann“. Das klappt bei der Vorstellung dann doch ziemlich gut – genauso wie die Solo-Gesangseinlage.

Nachdem Bisso, Vladimir und die Gespenster ihren Plan geschmiedet haben, kommen auch schon die Käufer. Die Eltern sind begeistert von der ruhigen Lage – während die Kinder auf keinen Fall in die Einöde ziehen wollen. Mitten in den Familienkrach schlägt es plötzlich Mitternacht. „Wo ist es zum Fürchten schön - Villa Spooky“ hauchen Geister und Fledermäuse den Eindringlingen ins Ohr. Das ist den Eltern dann auch nicht mehr geheuer und sie machen sich schleunigst aus dem Staub. Bisso und seine Freunde freuen sich, dass ihre List aufgegangen ist. Zur Feier des Tages tanzen sie gemeinsam den Fledermaustanz.

„Alle haben so toll mitgemacht“

Das Publikum ist begeistert und hätte am liebsten noch eine Zugabe. Viola Bommer freut sich riesig über den Erfolg. Nervös war sie vorher aber gar nicht so sehr, denn „es hat die ganze Woche schon so gut geklappt und alle haben so toll mitgemacht, dass ich mir keine Sorgen gemacht habe.“