Gewappnet sein für herausfordernde Situationen

Erstellt von Christopher Benz 28.05.2024

Trainerarbeit ist viel mehr als das, was auf dem Spielfeld passiert. Im persönlichen Umgang ist es wichtig, den richtigen Ton zu treffen und auf sein Gegenüber einzugehen. Um dafür sensibilisiert zu sein, bietet Anpfiff ins Leben in seinen Jugendförderzentren verschiedene Trainerfortbildungen an. So auch zum Thema „Kritische und herausfordernde Situationen mit Eltern“.

Am vergangenen Dienstag machte sich Jiri Jung, Trainermentor der U6 bis U14 bei Anpfiff, auf den Weg ins Jugendförderzentrum Ludwigshafen. Dort trafen sich 13 Trainer des Ludwigshafener SC ein, um aktiv daran teilzunehmen. In Zusammenarbeit mit Markus Gaber (Gesamtkoordination Sport) und Hannes Heist (Projektbegleitung Sport) besucht Jung die sechs Jugendförderzentren, um die internen Fortbildungen durchzuführen.

Wir begleiteten ihn dabei in Ludwigshafen und haben zugeschaut, wie die Trainer vor Ort von ihren eigenen Erfahrungen berichtet und in der Gruppe Lösungswege für gewisse Situationen erarbeitet haben.

Berührungspunkte

Jiri Jung zeigte anhand von eigenen Erfahrungen, er ist selbst seit 17 Jahren lizensierter Trainer, was für Kniffe es gibt, um mit kritischen Situationen auf eine passende Weise umzugehen. Im Rahmen seiner Präsentation näherte er sich strukturiert dem Thema und zeigte zuerst auf, wo es Berührungspunkte gibt. Das können Elternabende, Training, Spiel oder auch Feedbackgespräche sein.

Er sagte: „Nutzt die Möglichkeit mindestens einmal pro Saison einen Elternabend durchzuführen, um die gemeinschaftlichen Regeln, Abläufe in der Mannschaft, organisatorische Details vorzustellen und auf Fragen, Anregungen und Wünsche einzugehen.“

Anpfiff stellt dafür viele Hilfsmaterialien zur Verfügung.

Impulskontrolle

Wer viel Profifußball im Fernsehen schaut, kennt die Situationen, wenn Trainer offensichtlich verärgert zur Wasserflasche greifen und sich einen Schluck aus selbiger genehmigen. „Das nutzen sie ganz häufig, um kurz runterzukommen“, sagt Jung und spricht damit einen wichtigen Aspekt an – die Impulskontrolle.

Wer sich über sein eigenes Verhalten und seiner Reaktionen auf gewisse Auslöser-Situationen bewusst ist, der kann unter Stress besser, sprich lösungsorientierter reagieren und sich nicht von seinen Emotionen leiten lassen. Einfach ausgedrückt: Wie ich reagiere, entscheide ich selbst!

Beispielsituationen

Die 13 Ludwigshafener Trainer brachten sich während der knapp zweistündigen Fortbildung immer wieder mit ihren eigenen Erfahrungen zu den verschiedenen Punkten mit ein und lieferten die eine oder andere Lösung gleich mit.

In einer Beispielsituation „Störungen der Eltern bei Training oder Spiel“, erarbeitete die Gruppe eine Handlungsempfehlung mit dem Ziel, dem Trainer die nötigen Schritte an die Hand zu geben, um Vereinbarungen und Lösungsansätze gemeinsam zu erarbeiten.

Videosequenzen

Die Handlungsabfolge bei kritischen Situationen durften die Teilnehmer im Anschluss in Kleingruppen eigenständig erarbeiten. Verschiedene Anpfiff-Mitarbeiter standen als „Darsteller“ zur Verfügung und spielten unterschiedliche Rollen, in denen sie Trainer mit kritischen Äußerungen konfrontierten.

Anhand jener Handlungsabfolge, von der Situationswahrnehmung bis zur Handlungs-Folge-Erwartung stellten die Gruppen im Anschluss ihre Ergebnisse vor und gaben sich gegenseitig wertvolle Rückmeldungen.

Fazit

Die Zusammenfassung wurde zum gelungenen „Doppelpass“ zwischen Jung und seinen Teilnehmern. Gemeinsam folgerten sie, dass es immer eine Chance ist, die Eltern miteinzubinden und dass die Kinder stets im Mittelpunkt sämtlicher Überlegungen und Handlungen stehen.