Internetprävention - So schützen wir uns im Netz

Erstellt von Sophie Krischa 29.03.2021

„Stellt euch vor, ihr fahrt Auto, habt aber gar keinen Führerschein“. Klingt in Deutschland unvorstellbar - und dazu noch ziemlich gefährlich. Ungefähr so ist es allerdings, wenn wir unser Smartphone nutzen, meint Elmar Forn. Denn, dass im Internet jede Menge Gefahren lauern können, wissen viele. Wie man sich vor diesen schützt und soziale Medien sicher nutzt, die wenigsten.

Um auf dieses Problem aufmerksam zu machen und zum Nachdenken anzuregen, veranstaltete Anpfiff ins Leben eine Vortragsreihe zur Internetprävention. An drei verschiedenen Abenden klärte Medienreferent Elmar Forn Spieler, Eltern und Trainer über den richtigen Umgang im Netz und mögliche Gefahrenquellen auf. Was das angeht, ist er ein absoluter Profi: Wenn er nicht gerade Prävention betreibt, ist er Hauptkommissar und bringt so jede Menge berufliche Erfahrung zu dem Thema mit. Bereits seit Jahren teilt er dieses Wissen in seinen Vorträgen. Forn weiß: „In fast allen Lebensbereichen schützen wir Kinder und Jugendliche durch Altersbeschränkungen“. So könne man in jungen Jahren beispielsweise nicht einfach Alkohol im Supermarkt kaufen, erst ab einer bestimmten Größe Achterbahn fahren oder eben ausschließlich mit Führerschein hinters Steuer - und das auch frühestens mit 17 Jahren und dann auch nur mit Beifahrer.

Bei Smartphones gibt es so eine Altersschranke nicht – und auch keinen „Beifahrer“, der einem über die Schulter schaut und hilft, wenn es brenzlig wird. „Wenn man sich aber überlegt, auf was für Inhalte man mit diesen Geräten zugreifen kann, müssten sie eigentlich auch ab 18 Jahren sein“, findet Forn. Dabei denkt er beispielsweise an ein Video des Amoklaufs in Christchurch, das nur wenige Sekunden nach der Tat online gestellt wurde. „Ich habe es gesehen. Das war an Grausamkeit nicht zu überbieten“, erinnert er sich. Dass so etwas nicht für die Augen Minderjähriger bestimmt ist, ist allen klar. Und dennoch bekommen Kinder immer früher Handys mit Internetzugang, nutzen immer mehr soziale Netzwerke.

Nach dem Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien besitzen 92 % der 14 bis 15-jährigen ein Smartphone. Bei den 16 bis 18-jährigen sind es sogar 94 %. Umso wichtiger also, dass man sich als NutzerIn auskennt. Generell rät der Experte: „Überlegt euch währenddessen immer, was ihr da gerade eigentlich macht“. Bei etwas genauerem Nachdenken gehe der Daumen oftmals vielleicht nicht so schnell auf den Post- oder Kommentier-Button und dem ein oder anderen bliebe so mancher Ärger erspart. Das kann auch im Hinblick auf eine angestrebte Bundesliga-Karriere nicht schaden. So mancher Profi-Verein habe sich nicht selten in der Vergangenheit schon gegen junge, vielversprechende Spieler entschieden, weil sie Posts veröffentlicht hatten, die nicht in das Image des Vereins passten.

Und auch für Eltern und Trainer hat der Experte hilfreiche Ratschläge: Besonders in WhatsApp-Gruppen und bei der Veröffentlichung von Bildern mit Minderjährigen sei Vorsicht geboten. Letzteres gehe nur mit der ausdrücklichen Einverständniserklärung der Eltern - auch wenn es sich nur um die Homepage des Vereins handle. Es gibt jedoch auch eine gute Nachricht: Bei all den Risiken und erschreckenden Zahlen sind die neuen Medien – wie sich nicht zuletzt während der Pandemie zeigte – nicht nur Fluch, sondern auch Segen. Und wenn man dann mal das Smartphone zur Seite legt und die eingestaubten FIFA-Spiele rauskramt, „kann man auch so mal wieder die Viererkette üben“, gibt Elmar Forn den Jungs mit einem Augenzwinkern abschließend mit auf den Weg.