„Jeder hat sich schon strafbar gemacht“

Erstellt von Max Englert 17.03.2015

„Jeder hat sich schon strafbar gemacht“, sagt Polizist und Jugendtrainer Stefan Ebert

Präventionsvortrag am vergangenen Donnerstag, 12. März 2015, über die Gefahren des Internets im Jugendförderzentrum Heidelberg.

Ob Youtube, Facebook, Snapchat oder Instagram, aber auch Webseiten wie Kinox.to – die Möglichkeiten der Online-Welt sind nahezu grenzenlos. Aber die Gefahr, die sich daraus für Kinder und Jugendliche ergibt, leider auch. Grund genug also, über mögliche Risiken aufzuklären und darüber zu informieren, auf was man bei der Nutzung beachten sollte und wie schnell man sich selbst strafbar machen kann.

Polizist Stefan Ebert war am 12. März 2015 im „Anpfiff ins Leben“- Förderzentrum in Heidelberg zu Gast, um die rund 15 anwesenden Kinder  im Alter von elf bis 13 Jahren über die Gefahren des Internets und sozialer Netzwerke zu informieren.  „Ich finde das Projekt von ,Anpfiff ins Leben‘ sehr sinnvoll. Es ist mir eine Herzensangelegenheit mit den Kindern über solche Themen zu sprechen, denn die Eltern wissen oft überhaupt nicht was abgeht“, sagt der Kommissar, der unter anderem als Stützpunkttrainer arbeitet und mit der Sprache der Jugendlichen vertraut ist. Jährlich hält er um die 200 Präventionsvorträge und arbeitet außerdem für den DFB als Nachwuchsscout.

Dass sich die Nachwuchskicker bereits bestens im Umgang mit sozialen Netzwerken auskennen, aber auch schon selbst hautnah miterleben, wie andere „gemobbt“ und ausgegrenzt werden, blieb während der 90-minütigen Diskussion nicht verborgen. Die Jugendlichen stellten viele Fragen und berichteten von eigenen Erlebnissen. Es entwickelte sich eine sehr gute und informative Diskussionsrunde, in der sie daran erinnert wurden, niemals ihre persönlichen Kontaktdaten in diversen Chats preiszugeben und keine Filme auf illegalen Seiten anzuschauen. Auch über die Auswirkungen von „Cybermobbing“ wurde anhand des tragischen Selbstmordes der  15-jährigen Amanda Todd gesprochen, um die Jugendlichen für solche Gefahren zu sensibilisieren.

„Spaß ist immer wenn beide lachen“, erklärt Stefan Ebert und warnt davor, sich auf Kosten anderer lustig zu machen. Denn ein anfangs harmloser Witz, kann leider sehr oft schwerwiegende Folgen haben. „Ich bin immer wieder überrascht, wie gut sich die Kinder in so frühen Jahren schon auskennen und bin sicher, dass ich ihnen einiges mit auf den Weg geben konnte“, blickt Stefan Ebert auf eine gelungene Veranstaltung zurück.

Max Englert