MBC ermöglicht Online-Lernzeit in Ludwigshafen

Erstellt von Delphine Pfaus 28.01.2021

Anfang November ging in Ludwigshafen zum ersten Mal eine Online-Lernzeit an den Start. Nach der Corona-bedingten Schließung des Jugendförderzentrums wurde damit 35 Kindern und Jugendlichen die Anpfiff-Hausaufgabenbetreuung von Zuhause aus ermöglicht.

„Als wir erfuhren, dass wir wieder schließen müssten, war allen klar, dass wir uns diesmal nicht damit abfinden würden, die Kinder für unbestimmte Zeit ins Homeschooling zu schicken, wo sie sich in den meisten Fällen bei den Hausaufgaben selbst überlassen sind,“ berichtet Koordinatorin Petra Kraus, die die Lernzeit im Ludwigshafener Jugendförderzentrum leitet und pädagogisch betreut.

Viele Kinder und Jugendliche der Lernzeit sind am Nachmittag auf sich selbst gestellt, weil die Eltern berufstätig sind. Bei anderen Kindern mit Migrationshintergrund können die Eltern aufgrund fehlender Sprachkenntnisse im schulischen Bereich nur wenig Unterstützung leisten. Insbesondere diese Kinder sollen mit der neuen Online-Lernzeit gezielt gefördert werden. Während der Schließung der Schulen im Frühjahr waren große Lücken entstanden, die nun aufgearbeitet werden müssen. Gleichzeitig muss mit dem neuen Schulstoff Schritt gehalten werden.

Nach nur einer Woche ging es los

Unter Hochdruck arbeitete das Ludwigshafener Team nach der Schließung an der Umstellung von Präsenz- auf Onlinebetrieb. Yannik Ott, pädagogischer Mitarbeiter in Ludwigshafen und Zuständiger für die Digitalisierung, schaffte die technischen Rahmenbedingungen und schulte an zwei Nachmittagen seine Kollegen in der Anwendung von Microsoft Teams. Alle zehn Lernbegleiter zeigten großes Engagement und machten sich schnell mit der Software vertraut.

In kürzester Zeit konnten Kids und Eltern mobilisiert werden, um mit Unterstützung von Yannik Ott auf Laptops und Tablets das Online-Lernzeit-Betriebssystem einzurichten. Unser Partner MBC – Mobile Business Center - ein Systemhaus für moderne Telekommunikation in Mannheim, ermöglichte durch eine Spende von fünf Laptops und drei Tablets die Verleihung an acht weitere Kinder, die dadurch an der Online-Lernzeit teilnehmen können.

Schritt für Schritt erklärten die Lernbegleiter den Kindern, wie sie auf MS Teams Kamera und Mikrofon an- und ausschalten, ihren Bildschirm teilen oder Arbeitsblätter herunterladen können. So gelang es auch den Grundschülern schnell, die App ganz alleine zu bedienen. Schon in der ersten Woche wurde die Online-Lernzeit gut angenommen und die Umstellung verlief reibungslos. Die Resonanz ist durchweg positiv. Die Eltern sind erleichtert, dass die Kinder weiterhin durch das Anpfiff-Team bei den Hausaufgaben betreut werden konnten und auch den Kids gefällt die neue Lernzeit.

Das gemeinsame Online-Lernen motiviert

Jetzt haben die Kids wieder eine feste Zeit am Nachmittag, zu der sie die Hausaufgaben erledigen. Trotz Corona muss niemand allein zuhause am Schreibtisch sitzen. Für eine Stunde täglich trifft sich die gewohnte Lerngruppe von drei bis vier Teilnehmern mit einem Lernbegleiter zur gemeinsamen Video-Besprechung. Jeder erledigt hier seine Hausaufgaben für sich, kann Fragen stellen oder bekommt Übungsaufgaben zum aktuellen Schulstoff. Eigentlich alles wie immer. Nur eben von Zuhause aus.

Beim allerersten Wiedersehen in der Videobesprechung strahlten dann auch alle, als sie in die Gesichter ihrer Freunde blickten. „Selbstverständlich reicht eine Online-Betreuung niemals an die Lernsituation bei einer realen Begegnung von Lehrkraft und Schüler heran. Wir hoffen daher, so bald wie möglich wieder öffnen und die Kinder und Jugendlichen im Jugendförderzentrum empfangen zu können“, erklärt Petra Kraus. Solange der Lockdown aber noch anhält, sind die Anpfiff-Kids in Ludwigshafen bestens versorgt.