„Mut tut gut“ – U11 Mannschaften werden stark und selbstbewusst

Erstellt von Chiara Flick 15.12.2023

Selbstbewusst, sicher und stark (SeSiSta) auf Gewalt reagieren: Für Referent Jürgen Mörixbauer eine Herzensangelegenheit: In seinen zweiteiligen SeSiSta-Workshops vermittelt er Kindern, Jugendlichen und Frauen, wie man Gewalt erkennt, richtig einschätzt und gezielt reagiert, ohne dabei von seiner Angst „lahmgelegt“ zu werden. Die präventiven SeSiSta-Workshops sind Teil der 360°-Bildungsreihe und fanden in all unseren Jugendförderzentren statt. Die jeweiligen U11 Mannschaften nahmen daran teil. Möglich gemacht wurde das Projekt durch die Unterstützung von der BBBank.

Die SeSiSta-Workshops finden in zwei Teilen statt. In einem ersten Teil brachte Jürgen Mörixbauer den Jugendspielern einige Grundregeln näher, die im zweiten Teil des Workshops wiederholt wurden. Diese Grundregeln sind kurze, einprägsame Sätze, die den Kindern auch in bedrohlichen Situationen leicht im Gedächtnis bleiben und sie an ihr nun benötigtes Verhalten erinnern sollen. Auch finden die Regeln sofort praktische Anwendung: Nach kurzen Einführungen in mögliche Gefahrensituationen müssen die Jungs selbst ran. Es gilt nun, mutig zu sein, einen kühlen Kopf zu bewahren und vor allem eine schnelle Reaktion zu zeigen: Ob das schnelle Abziehen des Schulranzens oder die blitzschnelle Antwort auf angeblich gut gemeinte Angebote von Erwachsenen – all das sind vorstellbare Situationen, denen Kindern, beispielsweise auf dem Weg zur Schule oder zum Sport, alltäglich begegnen können. Daher ist es gerade in diesem Alter von hoher Bedeutung, die Jungs dabei zu unterstützen, in Angstsituationen handlungsfähig zu bleiben und nicht in eine passive Opferrolle zu verfallen. Dabei betont der Referent immer wieder: „Angst ist ein wichtiges Gefühl. Es dient uns als innerer Kompass. Ihr müsst nur lernen, sie richtig einzusetzen“.

Auf spielerische Weise sensibilisiert Jürgen Mörixbauer die Jungs für potenzielle Gewaltanwendung und zieht ihnen ein „unsichtbares Schutzhemd“ über, sodass sie selbstbewusst reagieren. Besonders fällt hierbei die Wortwahl des Selbstverteidigungstrainers auf. Die Rede ist nicht etwa von „Tätern“ oder „Belästigungen“, sondern von einfachen „Pappnasen“ und vom „Ohren langziehen“. Denn es geht auch darum, den Nachwuchs darauf aufmerksam zu machen, dass böse Menschen nicht zwangsläufig Fremde sind, sondern auch ihnen bekannte Personen wie der Nachbar oder der Onkel sein können.

Auch ist es wichtig, die Eltern abzuholen und ihnen hilfreiche Tipps an die Hand zu geben. So finden bereits vor den Workshops Informationsabende statt, in denen Eltern über potenzielle Gefahren aufgeklärt werden. So wird ihnen beispielsweise geraten, ein Passwort mit den Kindern festzulegen, das das Kind abfragt, wenn es von einer anderen Person als Mama oder Papa irgendwo abgeholt wird. Darüber hinaus liegt es auch an den Erziehungsberechtigten, die erlernten Verhaltensweisen aus den SeSiSta-Workshops daheim in Übungen zu vertiefen, sodass das Verhalten in Gewaltsituationen zum Automatismus wird.

Simge Celik-Aydin, Koordinatorin für Schule, Beruf und Soziales am Heidelberger Anpfiff ins Leben-Standort, ist froh über das Angebot derartiger Workshops: „Sie helfen unseren Jungs dabei, sich zu entwickeln und aufmerksam zu bleiben“. So ist die sensible Thematik auch für Tobias Gund, Filialdirektor der BBBank in Heidelberg, der den Workshop-Abend begleitete, eine wichtige Angelegenheit: „Uns ist es wichtig, diese Art von Projekten zu unterstützen, dabei Kinder und Eltern nachhaltig stark zu machen und die Aufmerksamkeit für Gewalt an Kindern zu erhöhen“.