Trainer von Anpfiff ins Leben erwerben DFB-Elite-Jugend-Lizenz

Erstellt von Philipp Metzler 20.10.2021

Letztes Jahr erworben sechs Trainer von Anpfiff ins Leben die Ausbildung zur DFB-Elite-Jugend-Lizenz. Mit dabei war auch Patrick Maurer, der die U15 des FC-Astoria Walldorf trainiert. Er erzählt über die Ausbildung, die Bedeutung für den Jugendbereich und seine Umwege zum Trainerposten.

An einem Donnerstagabend trainiert die U15 des FC-Astoria Walldorf auf dem Kunstrasenplatz. Das Abschlusstraining vor dem nächsten Oberligaspiel am Samstag steht an. „Abschlusstraining ist immer Aufwärmen und vor allem mit viel Spaß verbunden. Dann gehen wir noch in den Bereich Schnelligkeit und werden die letzten taktischen Züge, die wir am Wochenende sehen wollen, ansprechen. Ein bisschen Wettkampfmodus, viel Feuer, viel Emotion“, erklärt der 29-Jährige. Seit fünf Jahren trainiert er Jugendliche in Walldorf. Dabei hatte er zunächst andere Pläne.

Der gebürtige Schwabe verbrachte seine Jugend beim VfB Stuttgart, fing in der U15 an und kam in die zweite Mannschaft. Als sich beide Patellasehnen chronisch entzündeten, musste er mit 21 Jahren seine Karriere als Spieler beenden. „Ich habe mir dann überlegt, was kannst du? Sport und Fußball.“ Maurer studierte Sportwissenschaften in Jena. Beim FC Carl Zeiss Jena begann er ein Praktikum als Athletiktrainer. „Da bin ich in die Jugendtrainerschiene reingerutscht, als U12 Co-Trainer. Und es hat einfach unfassbar viel Bock gemacht. Du kriegst eine Wahnsinns Rückmeldung von den Kindern. Du siehst die Entwicklungen innerhalb von Wochen. Das ist etwas Außergewöhnliches.“

Fokus auf die Jugendlichen

Letztes Jahr hat Maurer mit drei weiteren Trainern von Anpfiff ins Leben die Ausbildung der DFB Elite-Jugend-Lizenz begonnen. Mit dabei waren Chris Chorrosch (U19 Ludwigshafener SC), Fabian Eck (U19 FC Speyer) und Patrick Heilmann (U13 FC Speyer). Außerdem absolvierten die FCA-Trainer Michael Graf (U14) und Alvir Bajric (U13) dieselbe Lizenz an einem anderen DFB-Stützpunkt. „Der Fokus der Elite-Jugend-Lizenz soll auf dem Jugendbereich liegen“, erklärt Maurer, „vor allem dann in den Nachwuchsleistungszentren. Da werden noch ein paar Merkmale zur Entwicklung von Kindern und Jugendlichen vermittelt, aber auch schon die ersten taktischen Dinge im Spielverlauf.“

Die Ausbildung fing im April 2020 an. Nach einer langen Onlinephase und der ersten Präsenzwoche in Duisburg ging es für die zweite Präsenzwoche ins NLZ von Borussia Mönchengladbach: „Wir haben tatsächlich in dem Hotel gewohnt, das direkt neben dem Stadion steht. Und da haben die Profis auch ihr Zentrum. Der Kraftraum war neben der Küche, wo wir gegessen haben, und da haben auch die Profis die Möglichkeit zu essen. Und da saßen dann ein, zwei Jungs auch öfters mal bei uns am Tisch. Max Eberl hat auch noch einen Besuch abgestattet. Das war natürlich schon eine geile Geschichte.“
Die Prüfung in der Sportschule Hennef musste aufgrund von Corona zweimal verschoben werden. Sie fand schließlich im August 2021 statt. Mittlerweile hat der DFB sein Lizenzsystem umstrukturiert. Aus der DFB Elite-Jugend-Lizenz wurde die B+-Lizenz. Diese hat im Vergleich zu ihrem Vorgänger mehr Lerneinheiten.

Alles, was das Trainerherz begehrt

Anpfiff ins Leben unterstützt seit Jahren Trainerinnen und Trainer beim Erwerb verschiedener Lizenzen. Die Trainerentwicklung spielt bei von Beginn an die entscheidende Rolle bei der Umsetzung des Jugendförderkonzeptes im Fußball. Neben internen regelmäßigen Trainerfortbildungen unterstützt das Anpfiff-Team im Bereich der U7 bis U14 die Trainer durch Jiri Jung, der als Mentor direkt auf dem Platz auf die Umsetzung des Jugendleitfadens achtet. Gemeinsam mit Hannes Heist entwickelt er die Mediathek in Sports One weiter, auf die alle Trainerinnen und Trainer Zugriff haben. Dort sind Mustertrainingseinheiten, aber auch Videoszenen und Leitfäden abgelegt. Für Anpfiff ins Leben ist ein zeitgemäßes, kind- und zielgerechtes Training unabdingbar für die Förderung und dafür sind die Trainerinnen und Trainer der entscheidende Faktor.

Für Maurer steht eine gute Entwicklung der Kinder und Jugendlichen im Vordergrund: „Für mich gehören die besten Trainer in den Jugendbereich. Denn dort nimmst du direkten Einfluss auf die Entwicklung von Persönlichkeiten. Der Erfolg darf deswegen nicht am Tabellenstand abgelesen werden, sondern vielmehr an der Weiterentwicklung der Spieler. Und wenn du Jungs, die du vor zwei, drei Jahren mal trainiert hast, heute siehst und die dich dann auf dem Sportplatz mit einem Lachen begrüßen, dann denk ich mir immer, das war eine geile Zeit damals.“