Viele bunte Stifte für einen guten Start ins neue Schuljahr - Schulstarterpakete in Ludwigshafen

Erstellt von Sophie Krischa 17.08.2020

Mit dem neuen Lernmaterial kann das neue Schuljahr kommen

Die Kinder freuten sich sehr über die Geschenke zum Ferienende

Auch mit Abstand kam die Aktion wieder sehr gut an

Nach monatelangem Homeschooling, ausgefallenem Nachhilfeunterricht und jeder Menge Videochats ist das gute alte Schulheft schon fast in Vergessenheit geraten. Zu Beginn des neuen Schuljahres soll jedoch alles wieder wie vor der Pandemie ablaufen - jedenfalls so weit wie möglich. Das bedeutet also: weg mit Laptop, Tablet oder Smartphone. Ab jetzt sind wieder Stifte, Papier und Schnellhefter angesagt. Um einigen Kindern den Start nach den Sommerferien zu erleichtern, wurden im Jugendförderzentrum Ludwigshafen jede Menge Jutebeutel bis zum Rand mit Schulmaterialien gefüllt und am vergangenen Freitag übergeben.

Bereits seit einigen Jahren verschenkt Anpfiff ins Leben pünktlich zum Schulbeginn nach den Sommerferien mehrere dieser Taschen an Kinder, deren Familien finanziell schwächer aufgestellt sind. Ermöglicht wird diese Aktion durch die Radio Regenbogen Charity „Kinder unterm Regenbogen“. So wurden ganze 23 Schulpakete zusammengestellt, individuell an die von der Schule ausgehändigten Materiallisten angepasst. Damit auch jeder seinen Beutel findet, wurden diese liebevoll mit den Namen und einem kleinen Regenbogen bemalt. Eine weitere Besonderheit: Der Großteil der Schulutensilien ist aus recycelten Materialien hergestellt. So gibt es nun „Umwelthefte“ oder sogar Textmarker aus Öko-Plastik. „Das letzte Jahr stand bei Anpfiff ganz im Sinne der Nachhaltigkeit. Daran wollen wir auch bei diesem Projekt anknüpfen“, erzählt Petra Kraus Koordinatorin Schule/Beruf/Soziales in Ludwigshafen.

„Man glaubt gar nicht, was die Kinder alles brauchen“, meint Lernbegleiterin Sina Tütüncü. Vom kleinen Schwämmchen für den Wasserfarbkasten bis hin zum übergroßen Lineal seien, neben den Klassikern, auch jede Menge nicht ganz so gewöhnliche Utensilien dabei. „Oft schreibt die Schule auch schon in Klammern die empfohlene Marke, beispielsweise der Stifte, dazu“ berichtet Kraus. Dass so viele Materialien, am besten auch noch von bekannten Marken, ganz schön kostspielig werden können, weiß jeder, der schon einmal einen Schreibwarenladen von innen gesehen hat. „Für viele Familien ist das jedes Jahr eine große Anschaffung und nur schwer zu bezahlen“, erzählt Kraus. Das weiß auch der zwölfjährige Samuel: „Wir sind zuhause sieben Kinder. Deswegen sind meine Eltern sehr froh, dass meine Brüder und ich die Sachen für die Schule hier geschenkt bekommen“. Seine Brüder Emanuel und Kennedy können ihm da nur nickend zustimmen. Auch der 14-jährige Yannick ist sichtlich erleichtert über das Angebot „Es ist auch immer sehr stressig, bis man alles eingekauft hat“, findet er. Umso mehr freue er sich nun am Montag mit neuer Ausstattung ins Schuljahr zu starten.

Bei vielen habe das Homeschooling nicht so funktioniert, wie es eigentlich sollte, so Petra Kraus. Oftmals hätten die technischen Mittel gefehlt. Und auch das Förderzentrum blieb ab dem 12. März geschlossen. „Eigentlich wollten wir nach den Sommerferien wieder richtig durchstarten“, erzählt Kraus. Gerade sei allerdings alles wieder ungewiss. Denn auch einige der Kinder, die sich eigentlich persönlich ihren Jutebeutel im Zentrum abholen sollten, sind erst vor kurzem aus ihren Ferien in Risikogebieten heimgekehrt und befinden sich noch in Quarantäne. Dennoch wurden alle nötigen Vorkehrungen getroffen, um auch unter den vorgeschriebenen Abstands- und Hygieneregeln wieder öffnen zu können: Tische wurden auseinander geschoben, Schilder mit der Erinnerung an die Maskenpflicht angebracht und Desinfektionsspender aufgestellt. Sina Tütüncü fasst zusammen: „Wir hoffen jetzt einfach so schnell wie möglich wieder aufmachen zu dürfen und den Kindern die notwendige Unterstützung, vor allem in der Schule, geben zu können“.