Von Note Vier auf eine Zwei – Mathe macht plötzlich Spaß

Erstellt von Barbara Reeder 28.05.2021

50 Burpees, wenn man die Matheformeln nicht auswendig gelernt hat – da kennt Anpfiff-Nachhilfelehrer Christian Katins kein Erbarmen. Silo Miezi und Florian Butscher spielen beim SV Waldhof Mannheim und sind so zur Schulförderung von Anpfiff ins Leben gekommen. Sie finden nicht nur die Nachhilfe klasse, sondern haben sich dadurch auch extrem verbessert. Beide stehen inzwischen auf einer Zwei in Mathe.

Sein Trainer habe ihm von der Schulförderung von Anpfiff ins Leben erzählt, erzählt Silo. Das Angebot nimmt er gerne an. Denn wegen Mathe droht er vergangenes Jahr sitzenzubleiben. Auf Vier bis Fünf steht er damals noch. Mit der Nachhilfe schafft er am Ende eine Vier. Seitdem geht es weiter aufwärts. In der Kursstufe 11 ist er derzeit, und die letzte Klausur war eine Zwei.

„Ich hatte vorher Probleme in Mathe, aber Herr Katins hat alles super erklärt. Er hat auch immer mal ein paar Sprüche rausgehauen, deswegen hat Mathe mehr Spaß gemacht als sonst.“ Das findet auch Flo. Er nimmt seit Anfang des Jahres zur Vorbereitung auf sein Fachabitur Nachhilfe in Mathe. „Früher habe ich gar nichts kapiert“, erzählt er. Daher reicht es dann auch nur für drei Punkte, also eine Fünf. Die Jugend-Fußballer sprechen aber regelmäßig mit dem Koordinator Schule/Beruf/Soziales von Anpfiff ins Leben, Daniel Hecht. Er fragt unter anderem, wie es in der Schule läuft und wie die Noten aussehen. Wenn jemand in einem Fach auf einer Vier oder schlechter steht, bietet er Unterstützung an.

„Ich brauche einfach den Druck“

„Mit Herrn Katins habe ich dann alles wiederholt und die Aufgaben gemacht.“ Das zahlt sich aus – in den letzten beiden Klausuren schreibt Flo einmal elf und einmal zwölf Punkte. „Ich brauche einfach den Druck“, gibt er zu. Und durch die Nachhilfestunden ist der Druck da, die Hausaufgaben regelmäßig zu machen. Vorher hat er sich darum nicht wirklich gekümmert.

Auch Silo ist der Meinung, dass man deutlich mehr lernt, wenn jemand Druck macht. „Er hat viel von mir erwartet, dadurch bin ich aber auch besser geworden.“ Dazu komme aber noch die Mischung aus Spaß und Ernst bei ihrem Nachhilfelehrer – das sorge für zusätzliche Motivation. „Ich glaube, das ist wie im Fußball. Da spielt man oft auch gut oder schlecht, je nachdem, ob der Trainer dir sein Vertrauen gibt. Herr Katins vertraut mir, dass ich ein guter Schüler bin, das hilft“, findet Silo. Und natürlich auch die Drohung mit den Burpees. „Da war beispielsweise die Situation, dass ich die ABC-Formeln auswendig lernen sollte - wenn nicht, dann wären es 50 Burpees. Und das zieht er dann auch durch“, lacht Silo.

Die Online-Nachhilfe findet er anfangs ungewohnt. Denn der Tagesrhythmus war ja plötzlich weg. „Normalerweise hatte ich immer direkt nach dem Training Nachhilfe. Das konnte ich also gar nicht vergessen. Deswegen habe ich die ersten beiden Online-Stunden auch verschlafen“, sagt Silo. Inzwischen klappt das aber gut. Dazu kommt, dass die Noten jetzt auch fürs Abi zählen. „Deswegen habe ich auch den Willen, gute Noten zu schreiben.“

Viel zu monotoner Schulunterricht

In der Schule sei er am Anfang der Corona-Zeit zwar motiviert gewesen. „Aber dann wird man über die Zeit immer fauler“, gesteht Silo. „Es könnte aber auch daran gelegen haben, dass wir mehr Aufgaben bekommen haben als sonst.“ Da macht er den Lehrern keinen Vorwurf – für sie sei die Situation schließlich auch neu. Den Unterricht in der Schule findet er allerdings verbesserungswürdig – der sei „viel zu monoton und sehr grau“. Das sei bei der Nachhilfe abwechslungsreicher. Vor allem, dass ihr Nachhilfelehrer sie immer mit einbezieht und fragt, was sie machen wollen, macht für beide Jungs einen großen Unterschied.

Pläne für die Zukunft

Flo hat die Corona-Fußballzwangspause genutzt, um mehr für die Schule zu machen. Demnächst hofft er, das Fachabi in der Tasche zu haben. Und sein Gefühl für die Mathe-Abschlussprüfung? „Ich denke schon, dass ich nicht schlechter als acht oder neun Punkte bin“, ist er überzeugt. Dann will er Wirtschaft studieren. Am liebsten in der Region, denn dem SV Waldhof will er treu bleiben.

Auch Silo hat schon Pläne für die Zeit nach dem Abi – er möchte Sportmanagement studieren. Erstmal hoffen aber beide, dass sie die nächste Saison ohne Unterbrechung Fußball spielen können. In den vergangenen Monaten gab es lediglich Online-Athletiktraining und die Vorgabe, fünfmal die Woche laufen zu gehen. „Ich würde mir wünschen, dass wir wieder normal trainieren können“, sagt Flo. Denn „Zeit mit den Freunden im Verein zu verbringen fehlt einem schon.“ So geht es auch Silo, der vor allem die „geile Zeit in der Kabine vermisst.“ Deswegen können sie auch kaum erwarten, dass das Training endlich wieder losgeht.