Für Anpfiff ins Leben zählt nicht nur der sportliche Erfolg. Deshalb sorgt der Verein mit einem breiten Angebot dafür, dass junge Sportler auch im Berufsleben ihren Platz finden.

 

15 Jahre 15 Geschichten - Erfolg auch abseits des Spielfelds

Für Semih Sahin war Schule lange Zeit eher Nebensache. Er stand viel lieber auf dem Platz, statt zu büffeln. Semih spielt in der U19 des SV Waldhof Mannheim, auf der 10er-Position. Ein Spiel gestalten, Tore schießen – kein Problem. Doch für sein Leben abseits des Spielfelds hatte er keinen richtigen Plan. „Irgendwas mit Autos“, lautete seine vage Vorstellung. Als er dann seinen Realschulabschluss in der Tasche hatte, kam die Ernüchterung: Er schrieb Bewerbung um Bewerbung – ohne Erfolg.
„Semih ist da kein Einzelfall“, sagt Daniel Hecht, der am Jugendförderzentrum Mannheim für die schulische und berufliche Beratung zuständig ist.

Daniel Hecht mit Semih Sahin im Gespräch
Daniel Hecht mit Semih Sahin im Beratungsgespräch.

Beim SV Waldhof werden sie in dieser Situation nicht alleingelassen. Das Gebäude des Jugendförderzentrums steht direkt am Trainingsfeld. Im hinteren Bereich ziehen sich die Jungs um, im vorderen Teil haben die Mitarbeiter von Anpfiff ins Leben ihre Büros.

Daniel Hecht:  „Für viele ist der Sport alles. Es gibt immer wieder Jugendliche, die mit der Schule fertig sind und keine Zusage haben.“

Die Wege sind kurz, die Zusammenarbeit ist eng – so wie an elf weiteren Standorten, die über die gesamte Region verteilt sind. „Wenn ein Jugendlicher Probleme in der Schule oder beim Übergang in den Beruf hat, bekommen wir das mit“, sagt Hecht. „Ich nerve dann auch schon mal und frage immer wieder nach, ob sie die Bewerbung schon abgeschickt haben. Mancher braucht eben auch mal einen Tritt  in den Hintern.“ Hecht lacht.

Berufsberater Uwe Leuck von der Bundesnastalt für Arbeit
Berufsberater Uwe Leuck von der BA ist mit seinen Kollegen Stammgast am Alsenweg.

Bei der Berufsberatung baut der Verein auch auf die Hilfe von Partnern wie der der Bundesagentur für Arbeit (BA) in Mannheim, der Industrie- und Handelskammer (IHK) Rhein-Neckar oder Unternehmen vor Ort. Dieses Beratungsnetz begleitet die Nachwuchsspieler durch die Vereins- und Schulzeit. „Ab der U15 findet ein Berufe-Scouting statt“, erklärt Hecht. Dazu kommen auch Mitarbeiter der BA, mit der es seit sieben Jahren eine Kooperationsvereinbarung gibt, auf den Waldhof. Gemeinsam führen sie Gespräche mit allen Nachwuchsspielern. „Da geht es erstmal um ein Kennenlernen und eine kleine Bestandsaufnahme: Wie steht es in der Schule, welche Berufswünsche gibt es, ist eine Ausbildung das Ziel oder ein Studium“, erklärt Berufsberater Uwe Leuck von der BA, der mit seinen Kollegen Barbara Betzwieser und Christian Klaus Stammgast am Alsenweg ist.

„Es geht darum, die Jugendlichen für ihre Zukunft zu sensibilisieren – es kann ja nicht jeder Fußballprofi werden“, sagt Leuck.

So bekommen sie einen Überblick über die Situation der Jugendlichen und darüber, wann und wo sie helfen können. Immer wenn Entscheidungen oder Probleme anstehen, sind die BA-Mitarbeiter zur Stelle.

Samih mit weiteren jungen Sportlern beim BO-Camp
Semih Sahin - Bildmitte hellgraues Shirt mit Aufdruck - beim Berufsorientierungs-Camp 2015

Für Jugendliche, die noch keine Vorstellung haben, was sie nach der Schule machen wollen, bietet Anpfiff in Leben e.V. jedes Jahr ein Berufsorientierungscamp an. 2015 nahm auch Semih daran teil.

„Das hat mir echt viel gebracht“, erzählt der 17-Jährige Semih.

Neben allgemeinen Infos über Ausbildung, Studium, Bewerbungsfristen und verschiedene Unternehmen, konnten sich die Jugendlichen auch testen lassen. „Es gibt Berufswahltests für Jugendliche, die noch gar nicht wissen, was sie machen sollen, aber auch richtig komplexe Berufseignungstest, in denen es darum geht, herauszufinden, ob die eigenen Interessen und Fähigkeiten zu einem bestimmten Beruf passen“, erläutert Berufsberater Leuck. Für Semih stand nach dem Camp fest: Er will Automobilkaufmann werden. Auch einen Entwurf für eine Bewerbung, einen gut strukturierten Lebenslauf und Bewerbungsfotos brachte er aus dem Camp mit.

Auf Empfehlung von Daniel Hecht bewirbt sich Semih am kaufmännischen Berufskolleg der Max-Hachenburg-Schule und arbeitet dort an seiner Fachhochschulreife. „Ich kann jetzt meinen Abschluss aufwerten und mich gleichzeitig auf die Ausbildung vorbereiten“, sagt Semih.

Christine Hellweg-Rose vom Ausbildungsteam der IHK Rhein-Neckar
Christine Hellweg-Rose vom Ausbildungsteam der IHK Rhein-Neckar sieht zusammen mit den Jugendlichen ihre Bewerbungsunterlagen durch.

Wenn der Übergang von der Schule in den Beruf nicht ganz reibungslos funktioniert, hilft auch Christine Hellweg-Rose vom Ausbildungsteam der IHK Rhein-Neckar weiter. „Wenn ein Nachwuchssportler eine ausführliche Beratung braucht, meldet sich Anpfiff ins Leben bei uns und wir vereinbaren ein Termin.“ Teil des Termins ist oft ein ausführlicher Berufseignungstest.

„Um herauszufinden, ob der Beruf der richtige ist – aber auch, um Stärken herauszuarbeiten“, erklärt Hellweg-Rose.

Denn: „Für Unternehmen sind die Ergebnisse dieser Tests oft aussagekräftiger als Zeugnisse“, sagt die Beraterin. „Ein Schüler kann eine 5 in Mathe haben und trotzdem eine gute Zahlenlogik. Wenn diese Stärke zum Wunschberuf passt, ist das optimal.“  Zusammen mit den Jugendlichen sieht sie auch die Bewerbungsunterlagen genau durch und nennt ihnen mögliche Unternehmen. „Für manche ist auch ein Zwischenschritt, wie eine Einstiegsqualifizierung, genau das richtige – in der 8. oder 9. Klasse haben ja viele Jugendliche ein Motivationstief: Schule ist da einfach Nebensache. Aber in der Praxis blühen sie dann auf einmal auf und der Einstieg danach in die Ausbildung klappt.“

Auch für Semih stand zuletzt ein Praxistest auf dem Plan: Er machte ein Praktikum beim Autohaus Bellemann, einem Partnerunternehmen von Anpfiff ins Leben e.V. „Das hat mir richtig Spaß gemacht“, erzählt er. Und vielleicht beginnt er bald auch seine Ausbildung dort – die Bewerbung hat er schon losgeschickt. Seinen beruflichen Weg hat Semih also gefunden, dank Anpfiff ins Leben e.V. – und dem ein oder anderen Tritt in den Hintern.

Sarah Weik

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