Zwei Urgesteine, eine Anpfiff-Identität
Nein, sie sind keine Zwillinge – und doch sehen sie sich unglaublich ähnlich. Lars und Leif Lichtenberger gehören seit Jahren zum festen Kern des Anpfiff ins Leben-Partnervereins SG Heidelberg-Kirchheim und sind dort längst mehr als nur Spieler und Trainer: echte Vereinsurgesteine sozusagen.
Juni 2026
Der Fußball bestimmt ihren Alltag. Beinahe täglich stehen sie auf dem Platz direkt neben dem Anpfiff-Jugendförderzentrum. Entweder um den Nachwuchs zu trainieren oder selbst zu spielen – die beiden sind Torhüter in der ersten Mannschaft. Die Brüder investieren einen Großteil ihrer Freizeit in die SG Heidelberg-Kirchheim. „Es gibt zwei, drei Tage in der Woche, an denen wir von 15 bis 21.30 Uhr auf der Anlage sind“, sagt Lars.
Wie die Brüder ihren Weg finden
Schon früh führte sie ihr gemeinsamer Weg auf den Fußballplatz. Lars begann im Alter von vier Jahren, und schon damals wich ihm der einjährige Leif nicht von der Seite. Kurz darauf startete auch er im Fußball durch. Anfangs spielten beide im Feld, doch das Talent und Interesse für die Position des Torhüters kristallisierte sich bei beiden früh heraus. Im D-Jugendalter rückten sie zwischen die Pfosten. „Da waren wir die Größten in unseren Jahrgängen und mussten zwischendurch mal in die Kiste. Und da hat es uns schnell gefallen“, erinnert sich Lars.
Die jüngere Schwester Lara hat ihre eigene Antwort, wenn es um die Frage geht, wieso die beiden großen Brüder gerne im Tor stehen. „Lara sagt immer, wir wären zu faul, um im Feld zu spielen, aber das stimmt natürlich nicht“, grinsen die beiden unisono. Die kleine Schwester ist ebenfalls dem Fußball als Hobby verfallen und spielt in der Frauenmannschaft der SGK in der Verbandsliga.
Seit 2010 (Lars) und 2012 (Leif) kicken sie in Kirchheim und hatten früh Berührungspunkte mit der Arbeit von Anpfiff ins Leben, neben der sportlichen Förderung profitierten sie vor allem von der schulischen Unterstützung. „In der Lernzeit haben wir die Prüfungsvorbereitung für die Mittlere Reife sowie das Abitur absolviert und dabei Englisch- und Mathe-Kurse belegt“, erzählt Lars. Parallel entwickelten sie sich sportlich weiter und übernahmen zunehmend Verantwortung im Verein.
Beide erwarben die Trainer-B-Lizenz und haben die Ausbildung Torwarttrainer-Leistungskurs erfolgreich absolviert. Vor drei Jahren folgte für Leif dann ein entscheidender Schritt: Mit gerade einmal 21 Jahren erhielt er die Chance, Cheftrainer der U16 bei der SG Heidelberg-Kirchheim zu werden. Eine wichtige Rolle spielte dabei sein ehemaliger Trainer Max Köhler, der ihn dazu ermutigte, den Weg zu gehen „Er hat mich angespornt es selbst als Trainer zu probieren und war deshalb meine wichtigste Bezugsperson“, erzählt Leif und führt weiter aus, „Max hat mich dann auch dem damaligen Sportkoordinator von Anpfiff ins Leben, Philipp Rohnacher, vorgeschlagen, der mir dann auch die Chance gegeben hat, Trainer für die U16 zu werden.“
Verantwortung übernehmen
Das war eine Entscheidung, die nicht überall auf Zustimmung stieß. Zweifel wurden laut, wie Leif ernster erzählt: „Man hört dann schon so Dinge wie: schafft der junge Kerl das überhaupt in so einer verantwortungsvollen Position?“ Für ihn war sofort klar: „Jetzt habe ich ordentlich Druck auf dem Kessel.“
An Leifs Seite stand von Beginn an sein Bruder Lars, um ihn als Trainer zu unterstützen. Ihm war sofort klar, dass sein jüngerer Bruder dieser Herausforderung gewachsen ist: „Leif lebt seine Trainertätigkeit mit Haut und Haar. Ihm ist nichts zu viel, wenn etwas Wichtiges zu besprechen ist. Dabei ist er immer menschlich fair und kann den Spielern ein sehr offenes und verständnisvolles Feedback geben.“ Er sieht in seinem drei Jahre jüngeren Bruder ein Vorbild: „Die Ruhe, die er ausstrahlt, gepaart mit seiner Expertise, machen ihn zu einem Vorbild für mich und andere.“
So viel Lobhudelei ist Leif dann aber doch zu viel. Er sagt: „Man kann nicht sagen, der eine Lichtenberger ist der bessere Torhüter und der andere der bessere Trainer oder umgekehrt. Ich weiß für mich, dass Lars einige Fähigkeiten als Mensch und Trainer hat, die ich gerne hätte.“
Rückschläge und Erfolge – auf und neben dem Platz
Gemeinsam entwickelten sie sich als Trainer und Spieler immer weiter. Doch der Weg der beiden war nicht geradlinig von Erfolg geprägt, sondern – gerade aus Spielersicht – auch von Rückschlägen.
Immer wieder mussten sie verletzungsbedingte Pausen einlegen: Kniescheibenbruch, Meniskusriss, Knorpelschaden, Schultersehnenriss oder Ellbogenbruch. Rückschläge, die sie über Monate zurückwarfen. „Und die ganzen Verletzungen an den Händen und Fingern haben wir jetzt bewusst weggelassen“, sagt Leif mit einem Lächeln. Dennoch kämpften sie sich immer wieder zurück.
Auch abseits des Platzes gehen sie ihren Weg gemeinsam. Die schulische Förderung durch Anpfiff ins Leben hat die beiden nicht nur als Jugendliche begleitet, sondern prägt ihren Weg bis heute. Nachdem sie selbst schulisch unterstützt wurden, geben sie ihr Wissen inzwischen als Lernbegleiter im Jugendförderzentrum an die nächste Generation weiter. Dort unterstützen sie Schüler bei schulischen Herausforderungen und in der Nachhilfe. Dass beide heute Sport und Mathematik auf Lehramt für die Sekundarstufe I studieren, passt dabei perfekt. Lars arbeitet aktuell an seiner Masterarbeit, Leif an seiner Bachelorarbeit. „Lars hat deutlich mehr Struktur in seinem Studienleben wie ich“, sagt Leif lachend, „da bin ich eher der Typ, der es etwas lockerer angehen lässt.“

Diese Mischung zahlt sich auch sportlich aus. In den vergangenen anderthalb Jahren konnten sie im Fußball gemeinsam mehrere Erfolge feiern: 2024 gelang sowohl mit der U16 als Trainer als auch mit der ersten Mannschaft als Spieler der Aufstieg in die Verbandsliga. 2025 folgte der Klassenerhalt in der höchsten Spielklasse des badischen Fußballverbands. Parallel schafften sie als Trainer mit der U15 den Aufstieg in die Oberliga Baden-Württemberg.
Eine zentrale Rolle spielt für sie dabei ihr Umfeld, das von Freundschaft und Rückhalt geprägt ist. „Es macht einfach riesengroßen Spaß, Teil dieses Trainerteams zu sein“, sagen sie über die Zusammenarbeit mit ihren Kollegen. Neben Marcel Steinle gehören auch Malik Mikona, Georg Mavridis und Athletiktrainer Marjan Heindel dazu.
Verankert in Verein und Förderung
Auch die Unterstützung durch Anpfiff ins Leben ist ein wichtiger Bestandteil ihres Weges: „Wir sind sehr dankbar für die große Unterstützung der beiden Anpfiff-ins-Leben-Koordinatoren Christoph Rehm (Sport) und Sina Schiele (Schule, Beruf, Soziales), die immer ein offenes Ohr für uns haben.“
Dank der Unterstützung der Sparkasse Heidelberg bietet Anpfiff ins Leben ein breites Spektrum an Fort- und Weiterbildungen, um die fachliche und persönliche Entwicklung der Trainer gezielt voranzubringen. Die Brüder haben bereits zahlreiche Angebote genutzt, wie die Fortbildung „Torjäger entwickeln“ sowie das Format „Kritische Situationen mit Spielern“. „Man merkt, wie viel Wert bei Anpfiff ins Leben auf die Entwicklung der Trainer gelegt wird. Für uns ist das extrem motivierend – wir haben hier die Chance, uns kontinuierlich weiterzuentwickeln und dadurch auch unsere Spieler noch besser zu fördern.“

Darüber hinaus bringen sich Lars und Leif aktiv in interne Fortbildungen und Arbeitsgruppen ein, etwa in der Arbeitsgruppe „Spielprinzipien“ sowie maßgeblich bei der Entwicklung der „Coachingsprache“.
Bei Anpfiff ins Leben und bei der SG Heidelberg-Kirchheim ist der Rückhalt für die Lichtenbergers enorm. Seit mehr als der Hälfte ihres Lebens engagieren sie sich mit großer Leidenschaft für den Verein. Für Christoph Rehm ist klar, warum die beiden so gut zur SG Heidelberg-Kirchheim und zum Förderansatz von Anpfiff ins Leben passen:
„Leif und Lars leben Fußball mit jeder Faser und stehen für eine klare Trainingsphilosophie, hohe Professionalität und eine langfristige Entwicklungsorientierung“, sagt der Anpfiff-Jugendkoordinator Sport bei der SGK und ergänzt: „Mit ihrer Haltung, ihrer Arbeit und ihrem Einfluss sind sie weit mehr als Trainer: Sie sind ein wesentlicher Teil unseres Ausbildungsteams – und damit unserer Identität.“
Der Weg von Lars und Leif Lichtenberger zeigt, was entstehen kann, wenn Engagement, Verantwortung und Unterstützung zusammenkommen – im Verein und durch Anpfiff ins Leben.
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David Späth
Ehrgeizig, resilient, fokussiert, verantwortungsbewusst – David Späth besitzt Fähigkeiten, die man mit einem 23-jährigen Profisportler nicht zwingend sofort in Verbindung bringt. Der Handballtorhüter der Rhein-Neckar Löwen hat in seiner Juniorenzeit das Förderprogramm im Kronauer Anpfiff ins Leben Jugendförderzentrum durchlaufen. Daraus entwickelte sich eine inspirierende Erfolgsgeschichte.
