Mit Anpfiff ins Leben auf dem Weg zur Profikarriere mit Perspektive
Vom Talent zum Leistungsträger: Vom Kinderperspektivteam bis zur U23 in Hoffenheim und in die U18 Nationalmannschaft. Luca Erleins Weg geht steil nach oben – immer professionell begleitet von Anpfiff ins Leben.

August 2024
Luca Erlein ist erst 18 Jahre alt und seit neuestem fester Teil der zweiten Mannschaft der U23 der TSG Hoffenheim. Dort wird er in der kommenden Saison in der 3. Liga spielen. Aber bereits im vergangenen Sommer war er bei der Vorbereitung der Profis für drei Wochen dabei. Sein Profi-Debüt hat er auch schon gegeben – in der Europa League gegen Anderlecht. „Da wurde ich in der 73. Minute eingewechselt“, erinnert er sich.
Ein steiler Aufstieg für den Innenverteidiger, der in Wiesloch angefangen hat zu kicken. Mit sieben Jahren geht es weiter zum FC-Astoria Walldorf. Nach einem Probetraining in Hoffenheim wird er dort ins Kinderperspektivteam aufgenommen. So trainiert und spielt er bis zur U12 gleich bei zwei Vereinen. „Eigentlich habe ich schon immer bei den ein Jahr älteren mitgespielt und mich da gut eingelebt“, erzählt Luca. Deswegen macht ihm auch das Wechseln später zwischen U19 und U23 nichts aus – „ich habe mich in jedem Jahrgang wohlgefühlt.“

Ganzheitliche Förderung durch Anpfiff ins Leben
Bei der U23 soll noch lange nicht Schluss sein - dafür hat Luca seine Ausbildung zum Bürokaufmann erstmal auf Eis gelegt, um sich ganz auf seine Karriere als Profi zu konzentrieren. Fünf Tage die Woche ist Training, am Wochenende dann immer ein Spiel. Begleitet wird er insbesondere von seinem Vater, der ihn auch lange trainiert hat. Und von Anpfiff ins Leben.
Sowohl beim FC-Astoria Walldorf, Partnerverein von Anpfiff, als auch bei der TSG Hoffenheim stand ihm das Förderprogramm zur Seite. In Walldorf war das Jugendförderzentrum, direkt am Sportplatz gelegen, eine wichtige Anlaufstelle. Die Anpfiff-Koordinatoren um Alex Keller standen Luca dort in seiner sportlichen, schulischen, beruflichen und sozialen Entwicklung zur Seite. Auch beim Wechsel zur TSG Hoffenheim blieb Anpfiff ins Leben ein verlässlicher Partner: Jule Schneider, Laufbahnbegleiterin vor Ort, unterstützte ihn ganzheitlich in Schule, Beruf und persönlichen Themen.

Alltag mit Struktur – individuelle Begleitung trotz Leistungsdruck
„Jule, Alex und auch die anderen Anpfiff-Mitarbeiter waren immer für mich da“, erzählt Luca. Insbesondere in stressigen Phasen half die enge Abstimmung mit Jule Schneider, Struktur in seinen Alltag zu bringen. Sie sorgte für die Koordination zwischen Schule und Trainingsbetrieb, erstellte gemeinsam mit Luca Wochenpläne, organisierte Nachhilfezeiten und behielt seine schulischen Leistungen im Blick. In engem Austausch mit Lehrkräften und sportlichen Verantwortlichen der TSG Hoffenheim wurden Freistellungen sowie Nachholunterricht nicht nur verwaltet, sondern sinnvoll in den Gesamtkontext eingebunden. „Das war eine echte Entlastung – ich musste mich nicht allein durchbeißen, sondern hatte jemanden, der für mich den Überblick behält“, sagt Luca.
Bis zur neunten Klasse besuchte er eine Schule in Wiesloch, anschließend wechselte er auf die Kraichgau-Realschule in Sinsheim – eine Schule, die viele Nachwuchssportler besuchen und die eng mit Anpfiff ins Leben zusammenarbeitet. Dort bilden die Laufbahnbegleiter und Lehrkräfte seit Jahren ein eingespieltes Team.
Plan B im Blick: Persönlichkeitsentwicklung als Teil der Förderung
Dass die Nachwuchskicker den Blick für einen Plan B neben dem Fußball nicht verlieren, dafür sorgt die 360°-Förderung durch Anpfiff ins Leben. „Wir versuchen die Spieler in einem sehr familiären Umfeld trotz des Leistungsdrucks komplett zu unterstützen“, sagt Alex Keller, Jugendkoordinator Sport im Anpfiff-Jugendförderzentrum beim FC-Astoria Walldorf.
Soziales, Beruf und Schule sind dabei wichtige Komponenten – „das kriegen die Jungs auch mit“, so Keller. Es gibt die Möglichkeit, mit einer Sportpsychologin zu sprechen und mehrmals im Jahr führen sie Feedbackgespräche mit ihren Betreuern. Aber auch sonst haben die Anpfiff-Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner immer ein offenes Ohr.

Flexibilität gefragt: Ausbildung pausiert – Fußball im Fokus
„Nach dem Realschulabschluss“, erzählt Luca, „haben wir gemeinsam überlegt, was zum Fußball und zeitlich passt.“ Doch auch wenn die Ausbildung im Verein ist und Luca sich leichter für Spiele oder Training befreien lassen kann, stellt sich schnell heraus, dass beides nicht funktioniert: „Ich war bei der U19, bei den Profis und der Nationalmannschaft im Einsatz. Ich wusste teilweise gar nicht, wo ich nächste Woche bin“, sagt Luca. „Jeder trainiert anders, oft wird das Programm kurzfristig umgeschmissen. Und bei der Nationalmannschaft sind die Lehrgänge häufig sehr kurzfristig“, ergänzt sein Vater Thomas Erlein, der selbst früher in der 3. Liga gespielt hat und beim FC-Astoria Walldorf lange Trainer war. Deswegen unterbricht Luca seine Ausbildung erst einmal.
Mittlerweile hat er auch einen Sponsor und eine Agentur, die sich um seine Laufbahn kümmert. „Ansonsten wird es einfach zu viel“, erklärt Lucas Vater. Die Aufmerksamkeit um seine Person nutzt Luca, um ein soziales Projekt auf den Weg zu bringen und organisiert gemeinsam mit Sponsor und Agentur neue Sportkleidung für ein inklusives Wieslocher Handballteam. Dieses Thema „ist sehr nah bei mir“, sagt Luca, da sein Cousin und Onkel in dem Team spielen: „Die Spieler haben es verdient, auch mal ein bisschen Aufmerksamkeit zu bekommen.“
Fußball mit Haltung – Rückschläge, Reife und Realitätssinn
Schon seit der U13/U14 hat Luca den Traum Fußballprofi zu werden. „Ich habe viel Gas gegeben in der Corona-Zeit, wo wir viel zuhause trainiert haben, und dann auch einen Schub gemacht. Wenn man sieht, dass der Einsatz belohnt wird und man es schaffen kann, ist es ein besonderer Moment“, erzählt er.
Es folgen viele weitere besondere Momente - zuletzt mit der U19 die Deutsche Meisterschaft, der DFB-Pokal und der Verbandspokal. Aktuell ist Luca noch in der U18-Nationalmannscchaft. Ab Oktober spielt er dann im Team der U19-Nationalmannschaft. Dass seine Karriere bisher so positiv gelaufen ist, sieht er als großes Glück. „Natürlich gibt es auch schlechte Spiele, über die man traurig ist und darüber nachdenkt. Aber letztlich hat man gar nicht so viel Zeit“, sagt er. Von seinem Vater, dem ehemaligen Trainer, bekommt er dennoch immer ein kleines Feedback nach den Spielen. „Das ist auch gut so“, sagt Luca. „Ich kann es aber ganz gut selbst einschätzen, wie ich gespielt habe.“
Schwere Verletzungen sind ihm bisher erspart geblieben. Vor zwei Jahren hatte er Rückenprobleme und direkt danach einen Bänderriss. „Es hat ein paar Monate gedauert, aber ich habe immer Unterstützung bekommen und bin dann wieder in die Spur gekommen, Es waren zum Glück nicht so schlimme Verletzungen“, berichtet Luca. Er weiß aber, wenn man länger raus ist, ist es schwerer.
„Seinen eigenen Weg finden“ – Luca Erleins Perspektive
An seiner Position als Innenverteidiger reizt ihn besonders, die Verantwortung, kein Tor zu kassieren und die Angriffe gut einzuleiten. Für Anpfiff-Koordinator Alex Keller ist Luca dort eines der größten Talente, die es in Deutschland gibt. „Er ist sehr flexibel einsetzbar und beidfüßig“, sagt er über seinen ehemaligen Schützling. „Bei ihm hat man damals schon gesehen, dass er eine besondere Begabung hat.“


Vorbilder hat Luca keine, zumindest nicht mehr: „Früher mal Ronaldo, heute denke ich, man muss auch so ein bisschen seinen eigenen Weg finden“, findet er. Dazu passt, dass er recht genau weiß, was ihm guttut, damit er mit freiem Kopf spielen kann. Und wie war das beim Spiel gegen Anderlecht? „Davor hat man schon eine Anspannung“, gibt er zu. „Aber dann habe ich versucht, meinen Job zu machen, die Räume zuzumachen, den Gegner nicht laufen zu lassen.“
In der kommenden Saison in der U23 will er dann genauso seinen Job machen und mit dem Team so gut wie möglich abschneiden und guten Fußball spielen. Und mit der Nationalmannschaft hat er auch schon ein konkretes Ziel: Sich für die EM zu qualifizieren..
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