„Ich bin dankbar für jeden Tag“

Die ersten Schritte mit der Prothese
Und so hält sich Marec fit
Auch im Rollstuhl fühlt sich Marec nicht unwohl

Marec Porebski ist in seinem Leben weit herumgekommen. Er hat es schon mit schillernden Menschen zu tun gehabt. Marec, Jahrgang 1982, ist Make Up Artist. Nach den Stationen Heidelberg, Berlin und Wien lebt und arbeitet Marec fünf Jahre in New York. Gerne wäre er dort geblieben, aber die Weltwirtschaftskrise beendet seine Zeit in der Stadt, die niemals schläft, und Marec kehrt nach Heidelberg zurück.
Im November 2012 kommt ein berufliches Angebot aus der Dominikanischen Republik. Marec, der sprunghafte junge Mann, nimmt es an und packt sofort die Koffer. Er erinnert sich: „Es war eine unglaubliche Zeit. Ein Leben wie im Paradies.“ Marec genießt eine hohe Anerkennung und fühlt sich sehr wohl in den Kreisen der Prominenten, Reichen und Schönen, die in der Dominikanischen Republik ein Domizil haben und für die er als Make Up Artist arbeitet.
Am Abend des 13. Februar 2013 ist Marec mit Freunden auf dem Weg zu einer Geburtstagsfeier in der Stadt Sosúa. Auf einem Fußgängerüberweg wird er von dem Fahrer einer Harley Davidson überfahren. Er wird durch die Luft geschleudert und sein Bein wird dabei abgerissen. Der Unfall passiert direkt vor einer amerikanischen Privatklinik. Marec ist klinisch tot, als er dort eingeliefert wird. Er hat sehr viel Blut verloren. Man kann ihn reanimieren, aber es beginnt ein dramatischer Wettlauf mit der Zeit. Der Polizeipräsident der Stadt, der von dem Unfall erfahren hat, will auf alle Fälle verhindern, dass der junge Mann stirbt. Er schickt einen ganzen Bus mit Polizisten, die Blut spenden sollen, wenn sie die richtige Blutgruppe haben. Als die Spenden nicht ausreichen, werden im lokalen Fernsehen ein Banner und  zusätzlich noch Aufrufe im Radio ausgestrahlt. Auch die  Zeitungen berichten über den Unfall und machen auf das Schicksal von Marec aufmerksam. Er liegt weiter im Koma und ringt um sein Leben.
Der Fahrer des schweren Motorrads begeht zunächst Fahrerflucht. Dessen Freund, der auch auf einer Harley unterwegs ist, bleibt allerdings stehen und bringt den Unfallverursacher dazu, sich den Behörden zu stellen. Marec schüttelt bei dieser Erinnerung den Kopf und meint: „Ich habe keine Rachegefühle. Aber über eine Entschuldigung des Unglücksfahrers hätte ich mich gefreut.“ Nicht dieser, sondern dessen Freund ist es, der eine Vorauszahlung leistet, um die finanziellen Belastungen für Marec nicht zu groß werden zu lassen.
Eine Welle der Hilfsbereitschaft wird durch die Berichterstattung und den Aufruf zur Blutspende ausgelöst. Marecs ehemalige Haushälter kommen täglich in die Klinik. Unbekannte geben Geschenke ab und schicken Karten. Die Deutschen, insbesondere die Frauen, auf der Insel halten zusammen und kümmern sich um Marec. Ein deutscher Metzger und ein deutscher Bäcker versorgen ihn im Krankenhaus. Seine Schwester kommt aus Deutschland. Nach Marecs Entlassung kommt auch seine Mutter. Sie organisieren den Rückflug nach Deutschland. Die Crew hat wahrhaftig alles getan, um den Rücktransport von Marec so angenehm und erträglich wie möglich zu machen.
Ehemalige kanadische Kollegen organisieren einen Aufenthalt in der Orthopädischen Klinik in Schlierbach. Marec sagt: „Der soziale Dienst in der Klinik hat versagt.“ Bei der Entlassung steht er vor dem Nichts. Er hat keine Arbeit und auch keine Wohnung. Er zieht zunächst in eine Wohngemeinschaft, in der Menschen mit Einschränkungen leben und betreut werden. Nach einer ambulanten Reha kann Marec auch wieder laufen.
Eine Freundin nimmt Marec mit auf ein Fußball-Benefiz-Spiel, dessen Erlös für die Lauffeder eines Sportlers nach einer Amputation gespendet wird. An diesem Tag trifft Marec auf Diana Schütz, Koordinatorin der „Bewegungsförderung für Amputierte“ von Anpfiff ins Leben e.V. Marec sagt lächelnd: „Sie ist ein Motivationsgeist, mein Sportengel, der mich schon seit dieser Zeit durchs Leben begleitet und eine echte Freundin geworden ist.“ Er nimmt nun regelmäßig am Fitness-Training teil und achtet auf seine Ernährung. Marec ist auf einem sehr guten Weg zurück in ein aktives Leben, plant seine Zukunft, möchte den Führerschein machen und würde gerne wieder in seinem Beruf arbeiten, den er sehr liebt.
Im Dezember 2013 kommt der Rückschlag. In seinem Bein haben sich Bakterien am Knochen gebildet. Sechs Operationen werden erforderlich. Die letzte erfolgt im Mai 2014. Dann erfährt er, dass durch die Reanimationen am Unfallort sein Herz schwer geschädigt ist, eine große Operation folgt dieser niederschmetternden Diagnose.
Es folgen Fieberschübe mit unklarer Ursache. Die Ärzte vermuten wieder Bakterien im Bein – und erwägen eine Amputation. Marec kämpft um sein Bein und sagt: „Das konnte ich so nicht hinnehmen“. Er holt eine zweite Meinung ein, und es wird festgestellt, dass eine Amputation nicht erforderlich ist. Insgesamt zweiundzwanzig Operationen hat er zu diesem Zeitpunkt bereits über sich ergehen lassen müssen.
Marec will jetzt wieder mehr Sport machen. Nicht nur Einzelsportarten, sondern auch Rollstuhlfechten, das er an einem Schnuppertag im „Anpfiff ins Leben“-Pavillon in Hoffenheim ausprobieren konnte. Er ist offen für neue Sportangebote. Sein Hunger auf Leben und Mobilität ist deutlich spürbar. Marec wohnt jetzt in einer Wohnung in unmittelbarer Nähe seiner Eltern. Bei all den Schicksals- und Rückschlägen ist er – dank großartiger Unterstützung von seiner Familie und Freunden – niemals in ein schwarzes Loch gefallen. Marec, dessen Leben so oft am seidenen Faden hing, sagt ganz klar „Ich bin für jeden Tag dankbar, den ich noch leben darf“ und blickt mit positiven Gefühlen in die Zukunft.

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