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Dranbleiben zahlt sich aus

Wie Lehrerin Ingeborg Vins und Schüler Joel Schimmel im Jugendförderzentrum Walldorf zeigen, was schulische Unterstützung bewirken kann. Ein Rückblick auf das Schuljahr 2025/2026.

 

Erstellt von Katharina Dickhoff

Lernzeit, individuelle Förderung und Vorbereitung auf Abschlussprüfungen: Im Jugendförderzentrum des FC-Astoria Walldorf erhalten junge Sportler Unterstützung rund um ihren Trainingsalltag. Im Schuljahr 2025/2026 leisteten elf Lernbegleiterinnen und Lernbegleiter schulische Förderung. Eines dieser Angebote war der Prüfungsvorbereitungskurs von Ingeborg Vins. Die ehemalige Lehrerin gehört seit über 20 Jahren zu Anpfiff ins Leben und hat die schulische Förderung maßgeblich mitentwickelt.

Von den Anfängen bis zum Angebot

Seit 2004 betreute Ingeborg das sogenannte Soccer-Team: acht bis zehn talentierte Nachwuchsfußballer aus der Region, die in Walldorf zur Schule gingen. Einer von ihnen war etwa Jonas Hofmann. Da die Talente teilweise am Morgen trainierten oder wegen Spielen Unterricht verpassten, holten sie den Stoff am Nachmittag im Förderzentrum nach.

Ingeborg stellte Fachkräfte zusammen, übernahm selbst das Fach Mathematik und koordinierte die schulische Unterstützung. Später wirkte sie daran mit, die drei Säulen Schule, Beruf und Soziales bei Anpfiff ins Leben aufzubauen. Aus der Förderung weniger Spitzentalente entstanden Angebote für deutlich mehr Kinder und Jugendliche – darunter Hausaufgabenbetreuung, Individualförderung und Ferienprogramme.

Hilfe zur Selbsthilfe

Als ausgebildete Lerntherapeutin war Ingeborg über all die Jahre an allen fünf Standorten tätig. Im Schuljahr 2025/2026 konzentrierte sie sich auf Walldorf und bereitete Zehntklässler auf ihre Realschul-Abschlussprüfungen vor.

Die neun teilnehmenden Jugendlichen kamen aus unterschiedlichen Schulen und arbeiteten nicht immer an denselben Themen. Statt Frontalunterricht brachten sie eigene Aufgaben mit oder übten mit früheren Prüfungen. Wenn jemand nicht weiterkam, gab Ingeborg Hinweise, verriet aber nicht sofort die Lösung. „Ich bin in der Prüfung schließlich auch nicht dabei“, sagt sie. Die Jugendlichen sollten Fehler selbst finden und eigene Lösungswege entwickeln.

Ein klares Ziel vor Augen

Einer der Teilnehmer war Joel Schimmel. Der 16-Jährige spielt in der U17 des FC-Astoria Walldorf in der Innenverteidigung oder im defensiven Mittelfeld. Als er rund zwei Jahre zuvor mit der schulischen Förderung begonnen hatte, stand er in Mathematik zwischen vier und fünf. Für den Realschulabschluss brauchte er mindestens eine Vier. Zur regelmäßigen Nachhilfe kam deshalb der Prüfungsvorbereitungskurs hinzu.

„Ohne das Angebot von Anpfiff ins Leben hätte ich wahrscheinlich weder freiwillig Nachhilfe genommen noch einen Prüfungsvorbereitungskurs besucht“, sagt Joel. Die Unterstützung ließ sich gut mit seinem sportlichen Alltag verbinden. Nach einem Mittelfußbruch musste Joel rund sieben Monate auf Fußball verzichten. Während er sich zurück auf den Platz arbeitete, konzentrierte er sich stärker auf die Schule.

Neben der fachlichen Hilfe schätzte Joel die Atmosphäre: „Wir hatten zwischendurch auch viel Spaß, die Stimmung war locker, und wir haben uns alle sehr gut verstanden.“ Gleichzeitig blieb genug Zeit für Fragen und schwierige Aufgaben. Das zahlte sich aus: Joel bestand seinen Realschulabschluss und erreichte in Mathematik das notwendige Ergebnis. Sein weiterer Weg steht für ihn inzwischen fest: „Eine Ausbildung, die ich unbedingt machen möchte, gab es für mich nicht. Also war klar: Ich ziehe den schulischen Weg durch und mache mein Abi.“

Ein Standort im Übergang

Mit dem Ende des Schuljahres beginnt in Walldorf auch personell ein neues Kapitel: Dr. Karina Essig, die im Jugendförderzentrum den Bereich Schule und Soziales koordinierte, verlässt Anpfiff ins Leben. Ab September, pünktlich zum Start den neuen Schuljahres, übernimmt Simge Celik-Aydin, die zuvor die Koordination der schulischen Förderung im Heidelberger Anpfiff-Jugendförderzentrum übernahm.

Die Bilanz zeigt, auf welchem Fundament die weitere Arbeit aufbauen kann: Sieben Kinder und Jugendliche nutzten die Lernzeit, 48 erhielten Individualförderung. Pro Woche standen vier Stunden Lernzeit und rund 60 Stunden Individualförderung zur Verfügung. Hinter diesen Zahlen stehen Entwicklungen wie die von Joel. Aus einem Schüler, der kaum freiwillig Nachhilfe genommen hätte, wurde ein Jugendlicher, der die Förderung auch in Zukunft nutzen möchte.

 

Rückblick 2025/26: 
11 LernbegleiterInnen
7 Spieler in der Lernzeit
48 Spieler in der Individualförderung
9 Prüfungsvorbereitung

Stundenumfang:
4 Wochenstunden Lernzeit zuzüglich Individualförderung im Durchschnitt 60 Wochenstunden 
Lernzeiten: Mo-Do 14:00 - 17:00 Uhr
Individualförderung: nach Vereinbarung

Infobox: Schulische Förderung in Walldorf
Was: Lernzeit, gezielte Individualförderung, Prüfungsvorbereitungskurs
Wann: Lernzeit von Montag bis Donnerstag (14.00 bis 17.00 Uhr); Individualförderung nach Absprache 
Wer: Nachwuchsspieler des FC-Astoria Walldorf
Kontakt: Simge Celik-Aydin (Koordinatorin Schule/Soziales)