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Erst die Hausaufgaben, dann der Fußball

Wie das Anpfiff ins Leben Förderzentrum in Ludwigshafen Training und Lernerfolg ideal kombiniert. Ein Rückblick auf das Schuljahr 2025/2026.

 

Erstellt von Katharina Dickhoff

Die Sommerferien in Rheinland-Pfalz haben begonnen und am Jugendförderzentrum von Anpfiff ins Leben beim Ludwigshafener Sport-Club (LSC) kehrt für kurze Zeit Ruhe ein. Die perfekte Gelegenheit, um auf ein intensives Schuljahr zurückzublicken. An den Nachmittagen war im Lernraum des LSC einiges los. Insgesamt 47 Nachwuchskicker nutzten im vergangenen Schuljahr (2025/2026) die schulische Förderung, um vor dem Training Hausaufgaben zu machen, für Klassenarbeiten zu büffeln oder den Stoff zu wiederholen. Von der zweiten Klasse bis hin zum Abiturjahrgang ist hier jede Altersstufe vertreten. 

Fördern statt sanktionieren
Dass diese Arbeit in Ludwigshafen so erfolgreich läuft, liegt maßgeblich an Petra Kraus. Die Koordinatorin leitet das schulische Angebot seit mittlerweile acht Jahren. Ihr Weg zu Anpfiff ins Leben war eine bewusste Entscheidung: Petra hat eigentlich Lehramt studiert, merkte aber schnell, dass das klassische Schulsystem nicht zu ihr passt. „In der Schule ist man immer diejenige, die sanktioniert und benotet. Das konnte ich mir für meine tägliche Arbeit einfach nicht vorstellen“, erzählt sie.
Die Idee von Anpfiff ins Leben faszinierte sie sofort: „Spieler zu fördern, sie zu unterstützen und das Beste aus ihnen herauszuholen, hat mich einfach begeistert,“ erklärt sie. Heute koordiniert Petra das rund achtzehnköpfige Team aus Lernbegleitern, führt Elterngespräche und hält engen Kontakt zu den Trainern. Ihr Profil ist extrem vielseitig: Sie ist Ansprechpartnerin bei Konflikten, pädagogische Betreuerin und springt in Ausnahmesituationen – wie beispielsweise während Krankheitswellen – auch selbst als Lernbegleiterin ein.

Vom Freiwilligendienst zum Lernbegleiter
Einer, der die jungen Spieler ebenfalls auf ihrem persönlichen Weg unterstützt, ist Felix Fritz. Der 23-jährige Wirtschaftsinformatik-Student ist beim LSC als Trainer der D3-Jugendmannschaft im Einsatz und arbeitet seit fast vier Jahren als Lernbegleiter im Förderzentrum. Auf der Suche nach einem freiwilligen sozialen Jahr stieß der Abiturient damals auf die vakante Stelle bei Anpfiff ins Leben.

„Es macht unheimlich Spaß, mit den Jungs zu arbeiten und die Fortschritte zu sehen“, erzählt Felix und ergänzt: „Ein Erstklässler hat sich beim Lesen ziemlich schwergetan und die Wörter oft einfach erraten. Mittlerweile ist er in der dritten Klasse und er liest flüssig und gut. Solche positiven Entwicklungen zu sehen und zu begleiten ist schon etwas Besonderes.“ Durch seine lockere, aber konsequente Art findet Felix genau den richtigen Ton. Er weiß, dass man als Lernbegleiter einen guten Mittelweg finden muss – besonders bei den älteren Jugendlichen, bei denen sich die Lernbegeisterung oft in Grenzen hält.

Ein verlässlicher Hafen
Für die Kinder und Jugendlichen ist das Förderzentrum ein Ort, an dem sie eine feste, verlässliche Struktur für ihren schulischen Alltag finden und ihr Selbstbewusstsein steigern können. Neben der Gruppen-Lernzeit, bei der einer von 18 Lernbegleitern intensiv mit maximal drei bis vier Kindern arbeitet, bietet das Zentrum eine intensive Individualförderung vor dem Training an. „Hier bekommen die Kinder genau die Unterstützung, die sie brauchen. Ganz egal, ob bei der Organisation ihrer Hausaufgaben oder bei spezifischen sprachlichen oder mathematischen Fragestellungen“, erklärt Petra Kraus.

Die nächste Saison im Blick
Auch wenn aktuell die wohlverdiente Sommerpause läuft, plant Petra bereits für das nächste Schuljahr. Hinter den Kulissen hält sie intensiv Ausschau nach neuen Lernbegleitern, um ein kompetentes Team zusammenzustellen. Denn nach den Ferien geht das Angebot nahtlos weiter. Auf einen kann sie sich auf jeden Fall verlassen: Felix hat den Vertrag für die nächste Saison bereits unterschrieben und wird den Fußballern des LSC weiterhin sowohl als Lernbegleiter als auch an der Seitenlinie der D-Jugend mit Rat und Tat zur Seite stehen.
 

Rückblick 2025/26: 
18 LernbegleiterInnen
35 Spieler in der Lernzeit
12 Spieler in der Individualförderung

Stundenumfang:
14 Wochenstunden Lernzeit zuzüglich Individualförderung im Durchschnitt 8 Wochenstunden 
Lernzeiten: Mo-Do 14:00 - 17:30 Uhr
Individualförderung: individuell vor dem Training

Infobox: Schulische Förderung in Ludwigshafen
Was: Hausaufgabenbetreuung, Lernzeit & gezielte Individualförderung
Wann: Lernzeit von Montag bis Donnerstag (14.00 bis 17.30 Uhr); Individualförderung nach Absprache 
Wer: Spieler des LSC (Betreuungsschlüssel maximal 1:4)
Kontakt: Petra Kraus (Koordinatorin Schule/Beruf/Soziales)