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Safari mal anders – auf Spurensuche nach der „Superkraft Motivation“

Auf Safari begegnet man mit etwas Glück starken Löwen und pfeilschnellen Geparden – aber beim Anpfiff-Workshop für die U14 auch der „Superkraft Motivation“. Und wenn sie einem nicht über den Weg läuft, gibt es Tricks, ihr auf die Sprünge zu helfen.

Mit der richtigen Motivation lassen sich selbst unliebsame Aufgaben erledigen, weiß Psychologe Tom Reschke, der den Workshop leitet. Aber er weiß auch, dass es für Kinder und Jugendliche oft nicht einfach ist, sich auf die Hausaufgaben zu konzentrieren oder für eine Arbeit zu lernen. 

Deswegen gibt es den Workshop Talent Safari, der an allen Standorten von „Anpfiff ins Leben“ für die Kicker der U14-Mannschaften stattfindet. Hier sollen die Jugendlichen, aber auch ihre Eltern, Tipps und Tricks mit auf den Weg bekommen, wie man die „Superkraft Motivation“ insbesondere für die Schulaufgaben für sich nutzen kann. Denn Ziel der 360-Grad-Förderung von Anpfiff ins Leben ist, dass die Nachwuchskicker auch außerhalb vom Platz fit sind – für Schule und Beruf, aber ebenso bei sozialen Kompetenzen. 

Multitorch ist langjähriger Unterstützer von Anpfiff ins Leben 

Für das Maschinenbauunternehmen Multitorch aus Zuzenhausen ist die Förderung von Kindern und Jugendlichen gerade im Bereich Schule eine Herzensangelegenheit. Daher war es naheliegend, sie als Unterstützer für die diesjährige Talentsafari zu gewinnen, erzählt Fabio Schmidt, der für Anpfiff ins Leben das Fundraising macht.

Wie wichtig dieses Engagement für Multitorch ist, betont Frau Dr. Kuhnert: „Als Familienunternehmen aus der Region liegt uns die Förderung der nächsten Generation besonders am Herzen, denn wir glauben, dass die Stärkung von sozialen und schulischen Fähigkeiten eine solide Grundlage für die Zukunft der Jugendlichen schafft – sowohl für ihre berufliche als auch persönliche Entwicklung. Es war toll zu erleben, mit welchem Eifer die Jugendlichen beim Workshop mitgemacht haben!“  - Frau Dr. Kuhnert

Aussicht aufs Fußballtraining dient als Ansporn 

„Was kann man machen zur Belohnung, zur Motivation?“, fragt Tom Reschke in die Runde. Viele der Jungs der U14 von Astoria Walldorf haben schon Strategien, wie sie sich für die Hausaufgaben motivieren. Shaia macht seine Aufgaben immer direkt nach der Schule „und wenn ich keine Lust habe, mache ich sie trotzdem“. Lorenzo belohnt sich, indem er nach getaner Arbeit mit dem Hund Gassi geht. Und natürlich ist die Aussicht auf das Fußballtraining der größte Anreiz, erzählen später die Eltern. Sie mit ins Boot zu holen, ist Motivationstrainer Tom Reschke wichtig. Es ist ein grundsätzliches Problem, dass die Motivation im Laufe der Schulzeit immer mehr abnimmt und gleichzeitig Misserfolgserklärungen zunehmen, erklärt er den Eltern, und zeigt das nochmal anhand wissenschaftlicher Erkenntnisse auf.

Den inneren Schweinehund mit Routinen austricksen

„Das ist gerade bei Jungen so und das wollen wir etwas auffangen“, so Reschke, „wir sind ihre Mental-Coaches und wollen Tipps und Tricks geben“. Dazu gehört unter anderem die Umgebung, wo die Hausaufgaben gemacht werden. Ein Bild, das er schon den Jungs gezeigt hat, verdeutlicht: Ein völlig chaotischer Schreibtisch macht es schwer, sich zu fokussieren. Deswegen spielt die Lernumgebung eine wichtige Rolle. „Es ist aber ok, wenn man am Esstisch seine Aufgaben macht, wenn das die Routine ist“, betont er. „Wir Menschen sind an Routinen gebunden. Auch die Forschung sagt, dass man Routinen braucht.“ Daher ist es auch wichtig, bestimmte Zeiträume zu bestimmen, wann die Hausaufgaben immer gemacht werden. Ist das erstmal Standard, fällt es den Jugendlichen leichter, sich an den Schreibtisch zu setzen. Außerdem hilft es, so Reschke, mit den Fächern anzufangen, die einem am leichtesten fallen.

Darüber hinaus gibt ein paar Tricks, wie man die Kinder an den Schreibtisch lotsen kann. „Manipulative Techniken“ nennt es Reschke und die sind durchaus erlaubt. Beispielsweise, wenn das Hausaufgabenheft schon auf dem Schreibtisch bereitliegt oder der Schulranzen am Esstisch steht: „Da ist etwas, was den Ball ins Rollen gebracht hat“, sagt Reschke. Entsprechend leichter ist es, ihn dann weiterlaufen zu lassen.

Pausen ja, aber am besten aktiv 

Ebenfalls wichtig sind Pausen beim Lernen. „Aber nicht am Handy“, sagt Reschke, denn das ist keine hirngerechte Pause. Die Mutter von Lunis beherzigt das schon lange – in der Pause geht es „kurz aufs Trampolin oder kurz nach draußen zum Kicken“, erzählt sie. Irgendwann lässt die Konzentration meist nach, daher sind die Eltern gefragt hier zu unterstützen: „‘Wenn die Mama reinkommt, mache ich wieder weiter‘, ist ein Klassiker“, sagt Psychologiestudentin Lotte Vogler, die als Co-Moderatorin dabei ist.

Nicht immer vergleichen, sondern eigene Fortschritte anerkennen 

Was man tun kann, um die Motivation langfristig aufrecht zu erhalten, ist ebenfalls Thema. Dafür unterscheidet Psychologe Tom Reschke zwischen sozialem und individuellem Referenzrahmen. Der soziale Referenzrahmen ist auf andere gerichtet, man vergleicht sich – oder sein Kind – mit anderen. Das führt oft zu Resignation, „weil die Kinder sich sagen ‚ich kann eh nichts machen, ich bleibe halt schlecht‘“, erklärt Reschke. Besser ist es, einen individuellen Referenzrahmen zu nehmen und auf die eigenen Erfolge zu schauen, beispielweise, wie das Kind sich über die Zeit verbessert hat. Das schafft weniger Konkurrenzdruck. Auch mit den Jungs haben die beiden Coaches darüber gesprochen, dass Vergleiche mit anderen manchmal frustrieren und man lieber auf die eigenen Fähigkeiten schauen sollte. Dafür zeigen sie ein Bild, das für die Jungs sofort nachvollziehbar ist: Ein junger Löwe berichtet seinem Vater traurig, dass der Gepard schneller war als er. Für die jungen Kicker ist ganz klar, dass der Löwe sich nicht mit dem Geparden vergleichen sollte, denn der ist nun mal das schnellste Tier der Welt. Lieber soll er auf seine eigenen Fähigkeiten schauen, schließlich ist er ein starker Löwe.