„Sport hat mir so viele Erfolgserlebnisse gegeben!" - Christian lässt sich die Leidenschaft am Sport nicht nehmen und will andere Betroffene ermutigen, auch nach einer Amputation weiter Sport zu treiben.

Auch Erfahrene lernen nie aus

Sieben Wochen in Spanien unterwegs, über 900 Kilometer mit dem Rucksack auf dem Jakobsweg. Eine einmalige Erfahrung, eine beeindruckende Leistung und eine große Herausforderung für jeden. Aber deswegen unmöglich mit Handicap? Christian Barst hat das Gegenteil bewiesen, als er 2019 trotz einseitiger Beinamputation genau das geschafft hat. „Ich war damals in einer emotional schwierigen Zeit und wollte durch die Pilgerreise meine Gedanken neu ordnen“, begründet Christian die Entscheidung, sich dieser Aufgabe zu stellen. Und es hat sich gelohnt: „Ich habe vor allem gelernt loszulassen und auf die Unterstützung anderer zu vertrauen“, bilanziert er rückblickend seinen Weg in Spanien.

„Ich hatte sehr viel Glück“

1996 verlor der damals in Weinheim lebende bei einem Unfall sein rechtes Bein. Er kam in das Zentrum für Orthopädie, Unfallchirurgie und Paraplegiologie des Universitätsklinikums Heidelberg in Schlierbach, was sich als großer Glücksfall erwiesen hat. Schon eine Woche nach der Entlassung aus dem Krankenhaus konnte er mit einer Prothese gehen, drei Wochen nach dem Ende seines Hospitalaufenthalts wieder Fahrrad fahren. „Ich hatte sehr viel Glück, dass ich dort eine sehr gute Betreuung erfahren habe, sowohl durch Ärzte als auch durch Therapeuten und Techniker, denen ich heute noch sehr dankbar bin“, erinnert sich Christian an die Zeit im Krankenhaus. Durch gelegentliche anschließende Gangschulmaßnahmen in Schlierbach fand sich der heute 43-jährige Christian nach dem Klinikaufenthalt auch ohne anschließende Reha mit der neuen Situation im Alltag zurecht. Auch weil sich die in der Gangschule erlernten Bewegungstechniken mit der Zeit automatisch in den Alltag übertragen und so für den Menschen unter Umständen schädliche Bewegungen im Umgang mit der Prothese vermieden werden.

 „Sport hat mir so viele Erfolgserlebnisse gegeben!" - Christian will andere Betroffene dazu ermutigen, auch nach einer Amputation Sport zu treiben

„Die psychologische Wirkung des Sports ist nicht zu unterschätzen.“

Die Leidenschaft für den Sport lässt sich Christian nicht nehmen. Er ist ein begeisterter Rennrad- und Mountainbikefahrer, Läufer und macht Krafttraining. Darüber hinaus ist er im Sommer oft im beziehungsweise auf dem Wasser anzutreffen, beim Schwimmen, Kanufahren, StandUp-Paddling und Segeln. „Sport hat mir so viele Erfolgserlebnisse gegeben!“, betont Christian. „Und das kann er für jeden tun, ganz unabhängig vom Fitnesslevel. Deshalb ist die psychologische Wirkung des Sports enorm. Ganz besonders gilt das für Mensch nach einer Amputation. Daher kann ich andere Betroffene nur ermutigen, auch nach einer Amputation Sport zu treiben“.

„Die Professionalität, mit der Anpfiff ins Leben sein Förderkonzept umsetzt, hat mich sofort angesprochen.“

Der gebürtige Nordrhein-Westfale kam erst im Oktober 2022 in die Laufgruppe von Anpfiff ins Leben, nachdem ein Freund ihn darauf aufmerksam gemacht hatte. Seit er an einem Laufwochenende teilgenommen hat, profitiert er regelmäßig in mehrfacher Hinsicht von der Anpfiff-Förderung. „Einerseits bleibe ich durch das Training leistungsfähig, aber auch die Tatsache, dass das Angebot im Rahmen einer Gruppe stattfindet, ist sehr hilfreich. Man hat die Möglichkeit, sich untereinander auszutauschen, was dem Einzelnen neue Möglichkeiten der Förderung und Hilfsmittelversorgung aufzeigen kann, aber auch eine gute Stütze ist, wenn man gerade in einer emotional schwierigen Phase steckt. Die Professionalität, mit der Anpfiff ins Leben die Förderung anbietet, hat mich sofort angesprochen. Die zur Verfügung stehenden Räumlichkeiten und erfahrenen Trainer passen genau in das Konzept. Solche idealen Bedingungen hat man nicht überall. Auch ist der Umgang zwischen allen Beteiligten sehr vertrauensvoll. Durch das große Netzwerk des Vereins bekommt man hier für jedes Anliegen einen passenden Ansprechpartner vermittelt, ob auf therapeutischer oder technischer Seite. Teilnehmer haben zudem die Möglichkeit, in einem geschützten Rahmen auch mal neue Sportarten wie Klettern oder Skifahren auszuprobieren. Das möchte ich unbedingt auch mal tun und freue mich schon darauf“, lobt Christian den Verein. „Obwohl ich erst seit zwei Monaten bei Anpfiff bin, merke ich, dass es mir schon besser geht als anderen Betroffenen, die die Vereinsangebote nicht nutzen können“.

Christian und Anpfiff ins Leben: Eine Win-Win-Situation

Diana Schütz, Koordinatorin der Bewegungsförderung für Amputierte bei Anpfiff ins Leben, freut sich über den Neuzugang in der Laufgruppe: „Christian ist auf jeden Fall eine große Bereicherung für unser Laufteam. Mit seiner langjährigen Erfahrung kann er den anderen Teilnehmern viel mitgeben. Andererseits profitiert aber auch er noch von dem ein oder anderen Tipp unserer Trainer, wenn es um seine Lauftechnik geht.“ Die gegenseitige Unterstützung ist für Christian das Schönste am gemeinsamen Sport. „Es ist mir wichtig, Anpfiff ins Leben für die gute Förderung auch etwas zurückzugeben“, betont er.  

von Maris Metz

Für Christian ist die gegenseitige Unterstützung das Schönste am gemeinsamen Sport - Beide Seiten profitieren von der Erfahrung des jeweils anderen

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3.500

Kinder und Jugendliche

werden pro Jahr nachhaltig gefördert

100

Menschen mit Amputation

beraten und betreuen wir individuell

120

Unternehmen

ermöglichen unsere Förderung

56

verschiedene Branchen

bilden unser Netzwerk

Anmeldung Tonis Winter Futsal-Camp

Erstmalig bietet Anpfiff ins Leben ein Winter-Camp an. Vom 21. - 23. Dezember können Kinder der Jahrgänge 2010-2013 in Heidelberg Futsal spielen.

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