„An
sich war es eine gute Saison. Aber wir wollten natürlich Platz drei, um in die Champions-League-Quali zu kommen“, sagt Sarai Linder über die Saison 2021/22

 

Profi-Fußball und Ausbildung: TSG-Spielerin Sarai Linder will nicht nur auf dem Platz weiterkommen

„Es tut mir gut, noch etwas neben dem Fußball zu machen - auch wenn es anstrengend ist“, erzählt Sarai Linder. Seit September vergangenen Jahres macht sie eine Ausbildung zur Physiotherapeutin. Dabei hat sie eigentlich mit dem Fußball genug zu tun. Schließlich ist die 22-Jährige Fußballprofi beim Bundesligisten TSG Hoffenheim.

Die Saison ist seit Mitte Mai zu Ende. Nach gutem Start landen die Kraichgauerinnen letztlich auf Rang 5. „An sich war es eine gute Saison. Aber wir wollten natürlich Platz drei, um in die Champions-League-Quali zu kommen“, sagt Sarai Linder. Deswegen findet sie das Ergebnis schon ein wenig enttäuschend. Für die kommende Spielzeit haben sie und ihre Mannschaftskameradinnen die Qualifikation für die Champions League aber wieder fest im Blick.

Im Moment sind erst einmal Ferien. „Da habe ich eine Woche nichts mit Fußball zu tun und kann mich ganz auf die Schule konzentrieren. Das ist auch mal schön“, freut sie sich. Denn normalerweise ist ihr Tag ganz schön getaktet. Um sechs Uhr morgens klingelt der Wecker. Um acht Uhr beginnt dann der Unterricht an der Physiotherapieschule in Mannheim. Nach der Schule geht es gleich weiter zum Training nach St. Leon-Rot: Sprinteinheiten, Techniktraining mit Ball , Videoanalysen. Zweimal in der Woche ist zudem noch Krafttraining angesagt. Alles ganz schön viel, aber Sarai Linder ist es wichtig, dass sich ihr Leben nicht ausschließlich um Fußball dreht. Auch wenn der Fußball ihr Lebensinhalt ist und sie am liebsten noch so lange wie möglich als Profi spielen möchte.

Sarai Linder weilte zum Studium in den USA

Auslandsjahr in den USA

Nach dem Fachabi zieht es die Defensivspielerin zunächst in die USA. An der Uni von Orlando hat sie ein Vollstipendium. Dort spielt sie für die UCF Knights in der 1. Division, der Liga der Uni-Mannschaften, und studiert Betriebswirtschaft. Es ist eine prägende Zeit für ihre persönliche Entwicklung, wie sie selbst sagt. Aber auch sportlich lernt sie viel dazu. „Die Amerikanerinnen spielen viel robuster“, sagt Sarai. „Dort haben wir noch viel mehr  Krafttraining gehabt.“ In Deutschland werde mehr Wert auf Taktik und Technik gelegt. Und beim Krafttraining in Hoffenheim gehe es vor allem um die Kombination von Kraft und Schnelligkeit. 

Obwohl sie die Sonne und Freunde in den USA vermisst freut sie sich, dass sie seit der vergangenen Saison wieder bei ihrem alten Verein unter Vertrag ist. Der Kontakt zur TSG war auch während ihrer Zeit im Ausland immer da. Genauso wie der Kontakt zu Anpfiff ins Leben, erzählt sie.

Das Team von Anpfiff kennt Sarai schon seit sie mit 13 Jahren zur TSG wechselte - das Förderzentrum liegt direkt neben dem Trainingsplatz. Anpfiff berät die Spielerinnen nicht nur in sportlichen Fragen. Regelmäßig führen die Betreuerinnen und Betreuer Gespräche, fragen, wie es in der Schule läuft und vermitteln bei Bedarf Nachhilfe oder einen Praktikumsplatz. Außerdem helfen sie bei der Suche nach der passenden Ausbildung.

Anpfiff hilft bei der Suche nach der Ausbildung

Die Unterstützung weiß auch Sarai Linder zu schätzen. Gemeinsam mit ihrer Anpfiff-Ansprechpartnerin Lena Forscht überlegt sie nach ihrer Rückkehr aus den USA, was für eine Ausbildung in Frage kommt. Physiotherapie sei für sie genau das Richtige, findet Sarai. „Es ist ein unheimlich interessanter Beruf und man hat viel mit Sport zu tun.“ Nach ihrer Ausbildung möchte sie am liebsten auch mit Sportlern arbeiten. „Vielleicht in Teilzeit“, so dass sie ihre Fußballkarriere damit verbinden kann.

Nachdem das Berufsziel feststeht, gilt es die richtige Schule zu finden. Sie sollte nicht zu weit weg sein und zudem die Möglichkeit bieten, die Ausbildung mit dem Training zu koordinieren. Auch hier unterstützt Anpfiff die Spielerin. „Mir hat unheimlich geholfen, dass Lena die Schulen kontaktiert hat und gefragt hat, ob es möglich ist, dass ich früher gehen kann, wenn ich zum Training muss“, erzählt Sarai. Denn wer mehr als 60 Fehltage hat, wird nicht zur Prüfung zugelassen. „Es kommt auch besser an, wenn jemand von Anpfiff nachfragt, wie man beispielsweise Fehlzeiten ausgleichen kann, als wenn man das selbst macht.“

In Mannheim finden sie schließlich eine Schule, bei der die Fußballerin die Ausbildung auf 3,5 Jahre strecken kann. Das ist umso wichtiger, weil das Training bei den Profis ab der kommenden Saison schon früher losgeht.

Sarai's erster Verein war der SV Hilsbach

Vor den Toren der TSG Hoffenheim aufgewachsen

Angefangen mit dem Fußball hat Sarai Linder bereits mit sechs Jahren. Sie kommt aus Sinsheim, ihr erster Verein ist der SV Hilsbach. Die TSG Hoffenheim liegt nur wenige Kilometer entfernt von ihrem Heimatort und steht zu dieser Zeit gerade am Anfang ihres Aufschwungs im Herrenfußball. Die Damenmannschaft der Hoffenheimer ist seit 2013/2014 eine feste Größe in der 1. Bundesliga.

Ihre beiden Brüder kicken und als bei einem Turnier auch Eltern und Geschwister mitspielen dürfen, ist Sarai mit Riesenspaß dabei. Den Trainern fällt auf, wie gut sie sich mit dem Ball bewegt und schlagen vor, doch mal zum Training zu kommen. Mit 13 Jahren wechselt sie zur TSG Hoffenheim. Dort spielt sie erfolgreich in allen Jugendmannschaften bis schließlich ihr lang gehegter Traum wahr wird und sie den Schritt in die Bundesliga macht.

„Es war eine tolle Erfahrung auf höchstem Niveau mit den anderen zu trainieren“, schwärmt Sarai

Zu Beginn des Jahres geht ein weiterer Traum in Erfüllung: Nach starken Leistungen im Verein wird die Außenverteidigerin zum ersten Mal zu einem Lehrgang der Nationalmannschaft eingeladen. Dort trifft sie viele Bekannte, die sie schon aus ihrer Zeit in den U-Nationalmannschaften kennt. „Es war eine tolle Erfahrung auf höchstem Niveau mit den anderen zu trainieren“, schwärmt sie.

Für ein EM-Ticket reicht es diesmal zwar noch nicht. Aber mit 22 Jahren hat sie das beste Fußballalter und die Gelegenheit, bei vielen großen Turnieren dabei zu sein, noch vor sich. Und auch wenn Sarai die Europameisterschaft in England, die am 6. Juli beginnt, am Fernseher verfolgt, bleibt als kleiner Trost, dass sie so etwas mehr Zeit für die Schule hat.



 

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